Die Detrans-Thematik

war Thema einer Studie, die man hier bei Pubmed findet.

Das Ergebnis: Von 27715 Teilnehmenden (TN) der Studie berichteten 61,9 Prozent,  „geschlechtsangleichenden Maßnahmen verfolgt zu haben“ (17151 Personen).

Von diesen 17151 Personen berichteten 13,1 Prozent (2242 Personen) von einer Detransition. 82,5% der Detransitionierer (Regretter) gaben an, die Detransition auf Grund „externen Drucks“ unternommen zu haben, 15,9 Prozent hatten „innere Gründe“ (also 357 Personen von den 27715 TN = 2,08 Prozent derer, die eine Transition angefangen haben).

Die Studie kann man allerdings im Blick auf ihre Methodik und die Auswahl der Kohorte kritisieren. Aber man hat zumindest mal einen Eindruck, um welche Größenordnungen es geht.
Wenn man umgekehrt die Studie von Dr. Kurt Seikowski (veröffentlicht in: „Das Geschlecht in mir“, Hg. G. Schreiber) kennt, ab der mit dem Beginn der Hormontherapie die psychischen Komorbiditäten sich so einpendeln, dass sie nicht höher als beim Rest der Bevölkerung sind, dann sprechen diese Daten für ein frühzeitiges Angebot der Hormontherapie.

Umgekehrt berichteten Detrans-Menschen mir, dass sie auf Grund der Hormontherapie (HRT) sehr schnell merkten, doch eigentlich „nur schwul“ bzw. „nur lesbisch“ zu sein und ihr Problem mehr im schulischen Umfeld zu suchen war. Das ist im Blick auf das Konzept der Kongruenzdynamik (Cornelia Kunert) auch klar: Durch die HRT wird entweder eine Kongruenzdynamik ausgelöst (falls jemand „trans*“ ist) oder eine Inkongruenz erzeugt. In beiden Fällen hilft das zur Bewusstwerdung, ob die Selbstdiagnose stimmt (oder eben nicht). Ich kenne bislang eine einzige Person, die 3 Jahre nach der GaOp diese bereute und sich deshalb umgebracht hat. Vielleicht wird das Thema durch Kommentare vertieft?

Update 10/2021: Danke für den Hinweis, Dr. Claudia Haupt: Hier findet man ein Review zum Thema Detrans bei pubmed! An anderer Stelle schrieb Dr. Haupt: „Um mal einen Vergleichsmassstab zu haben: Hier ein systematischer Review über das Bedauern nach Organspende durch/bei Gesunde(n). Die Regret Raten bei Trans* sind evidenzbasiert wesentlich niedriger als bei der Population der gesunden Organspender. Besonders (gesunde) Nierenspender bereuen. Was schliessen wir jetzt daraus? 2 psychiatrische gerichtliche („forensische“) Gutachten vor jeder Organspende?

Update 5/2022: das Portal Queer berichtet hier ausführlich über die Regretter-Rate bei Trans Kindern.

 

Dieser Beitrag wurde unter Bildung, Gesundheit abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert