Zwei neue Beiträge in der Mediathek der ARD

zeigen, wie stark Vorurteile und Hass gegenüber Menschen mit einer neuronalen Variante der Geschlechtsentwicklung (Transsexualität) in der Gesellschaft noch verankert sind:

  • Giuliana erlebte als Kind und Jugendliche viel Mobbing in der Schule (ein Grund mehr für eine entsprechende Überarbeitung der Bildungspläne). Ihr Video vom SWR findet man hier verlinkt (leider ist die Wortwahl teilweise unterirdisch – deshalb empfehle ich an dieser Stelle einmal mehr den Medienguide von Lena Balk für Betroffene wie auch Redakteure).
  • Pfarrerin Elke Spörkel bekam in ihrer Kirchengemeinde Ärger, als sie ihre derzeitige Frau heiratete und musste die Gemeinde verlassen. Ihren Film, der in der ARD lief, findet man hier.

Update: Human rights watch berichtete über Hass und Gewalt im Blick auf NVSD im Syrienkonflikt.

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Oberbegriffe

für die Thematik „Transsexualität“, „Transidentität“, „Transgender“ wurden ja schon viele gesucht. Manche halten „Transgeschlechtlichkeit“ für einen passenden Oberbegriff, andere reden lieber von „trans*“ und ggf. sogar noch von „Transmenschen“… – aber die gesamten Trans-Begriffe machen wenig Sinn, wie ich an anderer Stelle schon dargelegt habe. Besser ist als Oberbegriff von „Varianten der Geschlechtsentwicklung“ zu sprechen. Dr. Claudia Haupt begründet das sehr ausführlich in Ihrem Aufsatz, den man hier downloaden kann. Man sollte zum Aufsatz bzw. Begriff „okkult“ noch anmerken, dass der nicht im Sinne der Esoterik oder Religion im Aufsatz verstanden wird, sondern im medizinischen Sinn, d.h. also „verborgen“. Okkulte Intersexualität ist also eine, die einem Menschen lange Zeit „verborgen“ bleibt und hat nichts mit „okkulten Praktiken“ im Sinne einer Religion oder Sekte zu tun.

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Vorlagen für Gemeindebriefe

IRELKB

Logo der IRELKB

gibt es viele – aber eine Vorlage für Gemeindebriefe evangelischer Kirchengemeinden in Bayern, in der es um das Thema IRELKB geht, gibt es bislang genau eine Einzige.
Darin wird beschrieben, was die Initative Regenbogengemeinden in der ELKB (= IRELKB) ist und warum es ein Zeichen gegen Kirchenaustritte ist, wenn Kirchenvorstände beschließen, sich der IRELKB anzuschließen und so den Gemeindeaufbau von inklusiven Gemeinden fördern.

Alle Details zum Thema und die Gemeindebriefvorlagen findet man auf der Internetseite des Vereins Kreuzweise-Miteinander e.V., der Initator der IRELKB ist.

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es gibt ja immer noch Endokrinolog*en,

die meinen, es gäbe keine wissenschaftlich begründete Notwendigkeit für den Einsatz von Progesteron in der Hormontherapie von Menschen mit Variante der Geschlechtsentwicklung (transsexuelle Menschen). Erst vor Kurzem las ich wieder einmal, wie bei einer Frau deshalb die Estrogendominanz zunnahm und der Estrogenwert zu hoch anstieg. Dabei ist das Phänomen bekannt und Progesteron dabei wichtig.

Nun gibt es aber durchaus Studien zum Thema, die zeigen: Klar gibt es auch wissenschaftliche Gründe, Progesteron in der Hormontherapie bei TS/TI/TG einzusetzen.
Hier mal ein Link zu einem wissenschaftlichen Artikel (Oxford) aus dem Jahr 2019: https://academic.oup.com/jcem/article/104/4/1181/5270376?fbclid=IwAR2nLYE4JQg-SSvh4AjrKzIIH5ciEKm3sTDhoYq0jvoIw3Q_A5DIKIMmbKY

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Der Blog ist nun beim neuen Provider

angekommen und wieder online. Ich hoffe, im Laufe der Zeit aktuelle Themen wieder erörtern zu können. So ist z.B. ein Entwurf eines neuen Selbstbestimmungsgesetzes von den Grünen Thema bei Insidern und im Vorstand unseres Vereins.

In den letzten Wochen waren wir auch angefragt worden zum Thema „Konversionstherapieverbot“ und haben dazu Stellung genommen – hier findet man das ausführliche Interview.

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Warum ich keine trans-Begriffe mehr verwenden werde

liegt daran, dass jede Kombination von „trans“ immer eine Außensicht beinhaltet:
Das Wort „trans“ kommt aus der lateinischen Sprache und lässt sich übersetzen mit „über“, „hinüber“, „jenseits“ – z.B. im Zusammenhang eines Feldzugs eines römischen Feldherren von Italien nach Deutschland „über“ die Alpen hinweg.
Im Blick auf das Geschlecht meint er „A“ überschreitet die Geschlechtergrenze und wird „B“ – „Frau“ wird „Mann“ oder umgekehrt.

Das ist aber letztlich immer eine Deutung und Zuschreibung aus einer Außenperspektive (3. Person Perspektive). Diese Außenperspektive erhebt in der Regel den Anspruch: Wir Außenstehenden wissen doch klar, wo die Grenze zwischen Mann und Frau ist und wie man Geschlecht objektiv bestimmen kann (nämlich auf Grund der Chromosomen). Ihr „Transleute“ seid psychisch gestört, oder „fühlt“ nur etwas, was aber eben nicht „Realität“ ist.
Doch diese Sichtweise ist wissenschaftlich überholt. Zentral ist nicht die Dritte-Person-Perspektive beim Thema, sondern die Erste-Person-Perspektive.
Dazu referierte zum Beispiel die Psychotherapeutin Cornelia Kunert auf der Konferenz „Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften“ (2016 Goethe Uni Frankfurt) und im Fachbuch auf S.609 („Sie [die Erfahrung] ist nicht objektivierbar und von außen überprüfbar […]“ sondern Bewußtseinsinhalte sind ausschließlich „in dieser Ersten-Person-Perspektive erfahrbar“), aber auch im Beitrag von Stephan Goertz im Fachbuch zur Konferenz findet man auf S. 529 einen Hinweis auf die Bedeutung der „Perspektive der ersten Person“ im Blick auf den „erheblichen Leidensdruck“. Für alle, die die Zitate nachlesen wollen: Das Fachbuch hat den Titel „Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften“ (Hg. G. Schreiber).

Wegen dieser und anderer Probleme schlägt auch die Neuropsychologin und Psychiaterin Dr. Dr. Claudia Haupt in ihrem Aufsatz im Buch „das Geschlecht in mir“ (Hg. G. Schreiber) „NVSD“ (neuronal verankerte Variante der Geschlechtsentwicklung – neuronal variant of sexual development) als neuen Begriff vor (dazu mehr in diesem Blog an anderer Stelle).

Im Blick auf die Gemeinsamkeiten mit anderen Menschen (jeder Mensch hat im Blick auf seine Geschlechtsentwicklung eine Einzigartigkeit, ähnlich wie ein Fingerabruck) macht es mehr Sinn, von VSD zu sprechen (Variante der sexuellen Entwicklung – variant of sexual development) bzw. VDGE (Variante der Geschlechtsentwicklung). Das ist auch einer der Gründe, warum sich eine „Trans* Selbsthilfegruppe“ umbenannt hat – mehr dazu findet man im Beitrag von Christin Löhner hier.

VSD/VDGE erleichtert als Begriff auch Klarheit im Blick auf Inanspruchnahme des neuen Vornamens- und Personenstandsgesetzes (§45b Pstg) ohne Zwangsbegutachtung. Julia Monro von der DGTI hat dazu in ihrem Blog zum Thema einiges (zum Beispiel für Arztpraxen)geschrieben. So erwähnt sie etwa ein Urteil des AG Münster, wonach „das subjektive Empfinden maßgeblich ist“ [für eine VÄ/PÄ] – also auch die Erste-Person-Perspektive betont.

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Unter der Abkürzung IRELKB versteht man die

Initiative Regenbogengemeinden in Bayern bzw. Initiative Regenbogengemeinden in der ELKB (evangelisch lutherische Kirche in Bayern). Sie ist nun auf der Internetseite des Vereins Kreuzweise-Miteinander e.V. zu finden: https://www.kr19.de/irelkb

Die bisherige Internetseite www.irelkb.de existiert zwar auch (noch), aber wird nicht eigens mit Inhalt befüllt.

Die Ziele der IRELKB sind ebenso wie eine Vorlage für einen Antrag an den örtlichen Kirchenvorstand auf der obigen Internetseite genauer beschrieben bzw. downloadbar.
In der TAZ im Artikel von Stefan Hunglinger vom 8.3.2020 wird die Initiative kurz erwähnt (werden).

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Unter der Überschrift „Wer hat Angst vorm bösen Gender?“ erschien

 

im hessischen Pfarrblatt ein interdisziplinärer Artikel der Neuropsychologin und Neurowissenschaftlerin Dr. Claudia Haupt, des Theologen Dr. Gerhard Schreiber und der Pfarrerin Dorothea Zwölfer. Anlass war das im Frühjahr erschienene vatikanische DokumentAls Mann und Frau erschuf er sie…“, in dem die Angst vatikanischer Theologen vor Genderfragen offenkundig wird. Das Paper der drei Autoren bezieht eine andere Sichtweise, die offen ist für die Ergebnisse der Neurobiologie und auf Ergebnisse der Phänomenlogie rekurriert.

 

Wichtig ist dabei den Autoren, zu zeigen, wie Transsexualität eben grade nicht (wie vom Vatikan behauptet) eine Angelegenheit einer Gefühlsentscheidung ist, sondern biologisch verankert ist.

 

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Wenn ein Beitrag in einer Zeitung helfen kann, Leben zu retten,

dann gehört dieser Artikel von Kathrin Zinkant auch dazu: https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/masern-impfung-immunsystem-1.4663781 – er liefert meiner Meinung nach einen weiteren klaren Grund dafür, warum Schutzimpfungen wichtig und nötig sind. Ich hoffe, dass der Artikel nicht demnächst hinter einer Paywall verschwindet. Klar braucht eine Zeitung auch Einnahmen – aber da fände ich es besser, wenn man via Paypal einen Betrag freiwillig für den Artikel bezahlen kann.

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„Das Geschlecht in mir“ ist der Titel

des neu erschienenen Buches von Dr. Gerhard Schreiber. Es ist seit Mai in allen Buchhandlungen erhältlich (und der Verein Kreuzweise-Miteinander e.V. bekommt einen kleinen Beitrag von Amazon, wenn man es via Amazon Smile bestellt). Einen Flyer mit mehr Informationen zum Buch kann man hier downloaden.
Das Buch ist nicht nur eine Zusammenfassung wichtiger Artikel des Fachbuchs „Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften“, sondern bringt vor allem auch im Blick auf die biologischen Aspekte von Transsexualität / NVSD den aktuellen Forschungsstand komplett in deutscher Sprache. D.h. die Artikel, die im Fachbuch „Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften“ (2016) noch in englischer Sprache vorlagen und sich auf biologische Grundlagen geschlechtlicher Vielfalt beziehen, sind nun in deutscher Sprache in diesem preiswerten Taschenbuch verfügbar!

In der Rubrik Biologie/Medizin/Psychologie findet man im Buch unter anderem folgende Artikel:

    • Die biologischen Grundlagen von Geschlecht (Prof. Dr. Mark Solms)
    • Gehirn und Geschlecht (Prof. Dr. Dick F. Swaab, Laura Castellanos-Crus, Prof. Dr. Ai-Min Bao)
    • Transsexualismus als intersexueller Zustand (Prof. Dr. Milton Diamond)
    • Neuronale Varianten geschlechtlicher Entwicklung (NVSD) (Dr. Dr. Claudia Haupt)
      Ein grundlegender Artikel zu dem Stand der Neuroforschung und Phänomenologie bei der Erforschung von Transsexualität/Transidentität – und auch zur Begrifflichkeit. Im Unterschied zum Beitrag in „Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften“ ist leider der Teil, in dem es um Mustererkennung im Gehirn geht gekürzt worden (dabei erklärt C. Haupt dort sehr schön am Beispiel der Mustererkennung, was Qualia sind und wie unser Gehirn sehr schnell Muster binär zuordnet (S. 81-91))
    • Die Binarität der Geschlechter in der Natur, in menschlichen Kulturen und in der Bibel. (Prof. Dr. Joan Roughgarden) – ein hervorragender Beitrag über die Vielfalt von Geschlecht, die es in der Natur gibt.
    • Die Problematik der Psychopathologisierung von Transsexualität (Dr. Kurt Seikowski) – Seikowski widerlegt dort den Mythos, dass transsexuelle/transidente Menschen häufiger psychisch krank seien als der Rest der Bevölkerung. Er führte eine Studie an über 1000 betroffenen TS/TI durch und zeigte, wie ab dem Beginn der Hormontherapie die psychischen Erkranungen bei TS/TI deutlich reduzieren, so dass sie ab da nicht häufiger psychisch krank sind als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Der Verein Kreuzweise-Miteinander e.V. hat die Übersetzung eines Buchbeitrags der Biologieprofessorin Joan Roughgarden gesponsort.

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