manche NVSD brauchen eine gesichtsfeminisierende Operation

und fragen sich, ob die Kosten dafür von der Krankenkasse übernommen werden.

Hier das Aktenzeichen eines Urteils eines Landessozialgerichts, wo das der Fall war:
L5 KR 5363/12

Neuere Urteile sowie viele andere zum Thema findet man, wenn man dieses Aktenzeichen in eine Suchmaschine eingibt. So findet man zum Beispiel beim  LSVD  einschlägige Urteile der trans* – Rechtssprechung in einer Übersicht.

 

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wenn man genau nachliest, stellt man fest, dass

die Beobachtungen von Dr. Kerstin Söderblom zum Bibeltext über „Sodom und Gomorrha“ durchaus treffend beschreiben, was der Text darstellt und was eben nicht. Da dieses Thema immer wieder auch in social media als Munition gegen LGBT verwendet wird, will ich ihren lesenswerten Artikel auf evangelisch.de gerne hier verlinken.

Ein Zitat als Schmankerl:

90 bis 97 Prozent der Männer an Lots Tür waren heterosexuell.

 

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die Nadelepilation ist schmerzhaft, aber

für Transfrauen, die weiße/helle Barthaare epilieren müssen, oft der einzige Weg, den störenden Bartwuchs wegzubekommen (zumal es ja immer noch mehr als genug Menschen gibt, die gegen die Behandlung mit Pubertätsblockern Stimmung machen und denen es egal ist, wenn später viel mehr Aufwand und Kosten entstehen, um die Folgen der falschen Pubertät zu beseitigen).

Nachdem ich inzwischen schon viele Epilationssitzungen hinter mir habe, folgende Hinweise (ohne dass ich dafür irgendwelche Sponsoring-Gelder/Werbeeinnahmen bekommen würde):

1. Ca. 1-1,5 Stunden (wichtig: nicht zu kurz vorher, da die Salbe eine längere Einwirkzeit braucht) vor der Nadelepilation die betreffenden Hautoberflächen mit Posterisan Akut Salbe (50mg, Wirkstoff Lidocain) einschmieren (mit Handschuh oder danach eben den Finger sofort reinigen).

2. Ca. 15-20 Min. vor der Epilation beim Zahnarzt auf eigene Kosten eine lokale Betäubung von Oberkiefer oder Unterkiefer per Spritze veranlassen (ca. 30 Euro zahle ich dafür pro Betäubung). Mit 3-4 Spritzen ist man erst einmal ziemlich schmerzfrei, wenn im Zahnbereich epiliert wird bzw. bei der Oberlippe.

3. Nach der Epilation: Kühlen (Klimaanlage im Auto auf volle Leistung stellen) und mit Flammazine zu Hause betroffene Stellen für ca. 1-2 Stunden eincremen. Die Salbe ist rezeptpflichtig und sehr wirksam bei dieser Form von Verbrennungen. Ich habe sie über meine Hautärztin verschrieben bekommen.

Leider gibt es Bereiche am Kinn, bei denen Maßnahme 1+2 nur wenig helfen – da wäre es optimal, wenn man via Infusion Schmerzfreiheit herstellen könnte, aber dazu bräuchte es eine Zusammenarbeit eines MVZ mit einem/r Elektrologist:In – in den Niederlanden wird in der 2-Pass-Clinic eine entsprechende Schmerztherapie per Infusion angeboten. Allerdings braucht man sehr viel Expertenerfahrung, um so eine Behandlung bei der gesetzlichen Krankenversicherung anerkannt zu bekommen. Bei mir ergaben sich ein paar Pigmentflecken, aber die wären vielleicht auch so gekommen…

 

Update: Es gab die Frage, ob man auch im Sommer epilieren kann (wegen des Risikos von Pigmentflecken). Antwort: Meine Elektrologistin klärte mich mit einem ausführlichen Informationsblatt über die Risiken und möglichen Nebenwirkungen auf. Darin stand natürlich auch etwas über mögliche „blaue Flecken“, „Pigmentflecken“ usw… – aber unabhängig von der Jahreszeit. Es wurde aber auch dazu geraten, dringend auch bei normalen Lichtverhältnissen die Haut mehr zu schützen als sonst und mehr Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor zu verwenden, da die Haut während der Zeit der Epilation empfindlicher ist.

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sexualisierte Gewalt und häusliche Gewalt

sind etwas, was mich immer neu stört. Als Seelsorgerin habe ich etliche betroffene Frauen kennengelernt, die mir von ihrem Leid erzählt haben. Ich habe deshalb in der Erlöserkirche Erding eine Gesprächsreihe zum Thema organisiert. Die erste Veranstaltung ist am Do. 7. April um 19.30 Uhr mit Alice Westphal.

Diese und die weiteren Veranstaltungen, die bereits fest stehen, sind auf der Internetseite der evangelischen Kirche in Erding hier veröffentlicht. Die Reihe wird aber auch darüber hinaus bis Mitte 2023 fortgesetzt werden.

Ein Plakat zur Auftaktveranstaltung gibt es hier.

Im Blick auf Schutzräume habe ich andernorts hier im Blog bereits mehr geschrieben.

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Nachdem eine junge Frau

mich gestern (1.4.2022) bei einer Veranstaltung fragte, ob ich wirklich sicher sei, dass das mit der neuronalen Verankerung des Geschlechts stimmt, war leider nicht mehr viel Zeit, darauf ausführlicher einzugehen. Aber es gibt seit der Forschung von Prof. Milton Diamond viele Publikationen, die in diese Richtung weisen.
Daher möchte ich an dieser Stelle zunächst einmal Milton Diamond zitieren:

„Der entscheidende und auch heute noch gültige
Grundgedanke lautet, dass das Verhalten pränatal organisiert wird, aber erst postnatal aktiviert. Meinen Medizinstudenten nenne ich als Beispiel immer die Menstruation: Sie ist pränatal
organisiert, tritt aber erst während der Pubertät auf, also Jahre später.“ (Zeitschrift für Sexualforschung, 2008, 21, Seite 370).

Diamond beschäftigte sich viel mit den pränatalen Entwicklungen von Säugetieren. Unter anderem beobachtete er auch, was für verhängnisvolle Folgen bzw. Nebenwirkungen das Medikament DES (Diethylstilbestrol) beim Menschen hat und stellte fest, dass Frauen, die in der Schwangerschaft zur Vorbeugung gegen Fehlgeburten dieses Medikament bekamen, später oft von außen gesehen Kinder bekamen, denen zwar das männliche Geschlecht zugewiesen wurde, die aber sehr stark feminine Züge entwickelten. Einige hatten ihr Geschlecht angeglichen. (vgl.Zeitschrift für Sexualforschung, 2008, 21, Seite 371f)

Sehr massiv wurde die Kontroverse zwischen Milton Diamond und John Money. Money meinte, Geschlecht sei anerzogen (dagegen Diamond: Es ist angeboren und im Gehirn verankert). Er machte ein Experiment mit einem Zwillingspaar und versuchte, David Reimer als Mädchen erziehen zu lassen. Das misslang und trieb Reimer schließlich in den Suizid. Seine Geschichte findet man ausführlich bei Wikipedia.

Neben Milton Diamonds Forschung finde ich besonders auch V.S. Ramachandrans Forschungsergebnisse zur Phantomschmerz- und Phantomkörperwahrnehmung bedeutsam (zumal ich selbst solche Phantomkörperwahrnehmungen seit der Pubertät hatte und auch andere kenne, die davon mir berichteten). Dr. Haupt hat Ramachandrans Forschung ausführlich und sehr gut lesbar in deutscher Sprache im Aufsatz „Sie sind ihr Gehirn“ beschrieben. Zuvor wird Milton Diamonds Position prägnant zusammengefasst:

>Milton Diamond charakterisierte diese neue Position [das neuronale Weltbild, das hoffentlich in einigen Jahren/Jahrzehnten das genitalistische Weltbild im Blick auf Geschlecht ablöst – Anmerkung von D. Zwölfer mit Bezug auf meinen Vortrag am 1.4.2022], in dem er feststellte, dass transsexuelle Menschen bezüglich ihrer Gehirne intersexuell seien, und dass es diese Gehirn-
Intersexualität sei, die einen Menschen dazu bringe, seine oder ihre geschlechtliche Identität zu behaupten. Zusammengefasst: So gesehen haben transsexuelle Menschen ein neurobiologisches
Geschlecht, dass die Geschlechtsidentiät entscheidend präformiert (Hirngeschlecht) und „hervorsticht“. Die andersartigen biologischen Geschlechtsaspekte des individuellen Körpers (chromosomal, hormonell, genital usw.) stehen biologisch-geschlechtlich zu diesem (biologischen) Hirngeschlecht in Kontrast („biologisches Gegengeschlecht“). Metaphorisch: Das „Zentrum“ weist also ein anderes Geschlecht auf als die „Peripherie“.<< (Quelle: Haupt, Sie sind ihr Gehirn, S. 7)

Und ab Seite 24 erläutert Dr. Haupt ausführlich die Forschungsergebnisse von V.S. Ramachandran.

Über die Suchfunktion in diesem Blog findet man viele weitere Hinweise auf Aufsätze und Studien, die mich selbst seit 2012 immer klarer davon überzeugten: Das wichtigste Geschlechtsorgan sitzt zwischen den Ohren… – das „neuronale Geschlecht in mir“ muss im Blick auf ein Weltbild das genitalistisch geprägte Weltbild ablösen.

Dazu noch ein Hinweis für alle, die eine aktuelle Publikation zum Thema „Hirngeschlecht“ lesen wollen. Erst vor kurzem erschien in der medizinischen Datenbank pubmed ein Artikel mit der Überschrift „Brain Sex in Transgender Women Is Shifted towards Gender Identity“ (Hg. Dr. Florian Kurth, Prof. Dr. Christian Gaser, Prof. Dr. Francisco J. Sánchez, Prof. Dr. Eileen Luders)

Darin heißt es übersetzt:
„Einige (oder vielleicht alle) der oben genannten Variablen [z.B.genetische Veranlagung und hormonelle Belastungen usw…] können zu neuroanatomischen Variationen beigetragen in Transgender-Gehirnen beigetragen haben, wie wiederholt sowohl in Post-Mortem- als auch in In-vivo-Studien beobachtet wurden, die in den letzten drei Jahrzehnten (!) erschienen sind.“ (die Studien werden natürlich im Anhang des Artikels, den man hier als .pdf frei herunterladen kann, aufgezählt)

Update: Auch in diesem Artikel meines Blogs gibt es etliche Hinweise auf neuere Studien zum Thema „Verankerung des Geschlechts im Gehirn“… (eben upgedatet)

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Am 31.3. ist Transgender Day of visibility – oder

übersetzt: Tag der Sichtbarkeit für LSBTTIQ* – oder nur „TT“ oder NVSD… Eigentlich ist es weniger wichtig, welche Begriffe man verwendet. Ich selbst verwende nach einem Vortrag von Cornelia Kunert auf der internationalen Konferenz 2016 gerne die erste-Person-Perspektive und daher NVSD. Geoutet bin ich nun seit ca. 10 Jahren – angefangen im November 2011 bei meiner Frau, dann ein weiteres Mal bei ihr im August 2012, danach ging es dann einer genauen Reihenfolge nach bei meinem Arbeitgeber weiter mit den internen Coming outs bis hin zum öffentlichen Coming out 2013 nach einem Gottesdienst in Neufahrn i.NB.

Warum ich heute schreibe: Weil in den letzten Monaten einige fundamentalistische Gruppen verstärkt Feindbilder aufbauen wollen und Menschen mit entsprechender Trans*-Biografie ihr Geschlecht absprechen. Dabei wird fleißig jede wissenschaftliche Erkenntnis geleugnet. Manchmal frage ich mich, woher solche Irrationalität kommt, wenn Studien ignoriert werden und all das, was Neuroforscher zum Thema herausgefunden haben, links liegen gelassen wird.

Tröstlich fand ich da, dass es jemandem wie Prof. Dr. Christian Drosten und Prof. Dr. Sandra Ciesek in der Abschiedsfolge ihres Corona-Podcasts ähnlich ging – auch da wurde deutlich, wie sehr heute manche Imfpgegner völlig irrational handeln und wie unverständlich das renomierten Wissenschaftlern erscheint.

Gleichwohl hoffe ich weiterhin im Sinne der Aufklärung, dass sich irgendwann die Rationalität und Überzeugungskraft der Argumente gegen irrationale Behauptungen von Trans-Exklusiven-Fundamentalistinnen (die Abkürzung scheint mir passend;-) ) durchsetzen werden. Dazu habe ich hier ja andernorts genug gebloggt.

Zum TDoV erschien heute ein Artikel der deutschen Welle: https://www.dw.com/de/international-transgender-day-of-visibility-ein-immerw%C3%A4hrender-kampf/a-61292026 

Leider fehlt im Artikel von Marlon Jungjohann und bei den Künstlern der gesamte neuronale Forschungsstand und so wird fleißig weiter von „gefühltem Geschlecht“ im Gegensatz zum „zugeordneten Geschlecht“ gesprochen. Genau diese schwache Darstellung ist natürlich gefundenes Fressen für Kritiker:Innen, die sagen, dass man sich ja als alles mögliche „fühlen“ kann, aber es eben nicht ist. Ich finde es sehr schade, wenn Medienvertreter immer noch nicht ihre eigene Sprache reflektieren und so einmal mehr transphoben Kräften Auftrieb geben.
Denn eigentlich sollte spätestens seit dem Jahr 2016 klar sein: Wenn das wichtigste Geschlechtsorgan „zwischen den Ohren sitzt“ (derjenige, von dem das Zitat stammt, Prof. Milton Diamond ist Biologe), dann war die Zuordnung des Geschlechts nach der Geburt eben ein Irrtum und die Selbstaussage eines Menschen auf Grund des neuronal verankerten Wissens, dem „Geschlecht in mir“ (wie es der Buchtitel von Gerhard Schreibers Buch auf den Punkt bringt) ist das zentrale Kriterium beim Thema Geschlecht. Wenn die Selbstaussage „Ich bin eine Frau“ oder „Ich bin ein Mann“ oder „Ich bin nichtbinär“ nicht akzeptiert wird, dann respektiert man weder die Würde dieses Menschen (Art. 1 GG) noch gesteht man demjenigen dann meistens die nötigen rechtlichen und medizinischen Schritte zu, damit die Geschlechtskörperdiskrepanz verringert oder aufgehoben werden kann. Und „seins-Aussagen“ aus der ersten Person Perspektive sind etwas anderes als „sich fühlen als…“. Das verstehen hoffentlich auch mal irgendwann die Mehrheit der Medienvertreter.

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So, dann bin ich also in zwei Religionen Mitglied?

So dachte ich, als ich folgenden Satz las, wonach die

„genderkritische Feministin Jane Clare Jones […] das trans*Sein zur Weltreligion erhoben [hat]. Da stehen wir nun mit unserer weltumspannenden trans*Religion. Gut, sie heißt bei Jones vorzugsweise Ideologie, aber für sie als genderkritische Feministin ist Ideologie sozusagen ein Heimspiel. An der Seite ihrer global agierenden Mitstreiterinnen befindet sich Jones zudem im Kriegszustand mit dem trans*Aktivismus. Dem ärgsten und übelsten Feind überhaupt – der kommt sogar noch vor dem Patriarchat. Sollte allerdings jemand auf die Idee kommen, sie TERF zu nennen, also Trans-Exclusionary Radical Feminist, dann wird sie noch böser, denn das sei ja nun pure Diffamierung. Wie heißt es bei Hamlet? „Dies mag zwar Irrsinn sein, hat aber doch Methode.“ (Quelle des Zitats: https://thelittlequeerreview.de/jetzt-ist-es-raus-trans-ist-wie-ein-mittelalterlicher-christlicher-kult?fbclid=IwAR2ANtN7ZBXzHb6ZHtM4aKbzMrfIoBrfIb7MDcBzn21ETAKFyjmAM7aZQ6M)

Ob ich nun demnächst mich vor meinem Dekan oder dem Kirchenvorstand verantworten muss, weil ich nicht nur evangelische Pfarrerin und Christin bin, sondern auch noch in dieser dubiosen Religion dabei?
Spaß beiseite: Natürlich ist so eine Grundannahme Blödsinn. Weder bin ich Mitglied in irgendeiner Ideologie noch in einer anderen Religion aktiv als dem Christentum.
Meine Biografie in den Jahren seit 2011 hat auch nichts damit zu tun, dass mich irgendjemand „bekehrt“ hat, ich sei etwas, was ich ja eigentlich nicht bin…
Außer dass ich mich – nämlich viel früher (1984) bewusst für den christlichen Glauben geöffnet habe – gab es keine Bekehrung zu einer „Transgender-Ideologie“ oder gar „Trans* Religion“.
Mir reicht der christliche Glaube vollauf, um damit glücklich zu sein. Er trägt mich bis heute und gibt mir Kraft. Und ich habe 2011-2013, als das innere und äußere Coming out der Reihen nach Thema waren (ja, es sind nun schon 10 Jahre, dass ich zum Thema blogge), aus dem Glauben letztlich Kraft geschöpft, nicht aufzugeben. Manchmal war ich kurz davor. Besonders, wenn ich immer wieder den Hass und das Unverständnis von Menschen spürte (und davon kann ich leider inzwischen auch viel erzählen).

Aber ich habe daraus den Schluß gezogen, nicht aufzugeben, sondern aufzuklären. Denn dank der Hinweise von Dr. Claudia Haupt lernte ich die Bedeutung der Neurobiologie beim Thema TS näher kennen und auf der internationalen, interdisziplinären Konferenz zum Thema „Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften“, die Dr. Gerhard Schreiber an der Goethe-Uni in Frankfurt a.M. 2016 organisierte und maßgeblich durchführte, lernte ich auch Neurobiologen wie Milton Diamond persönlich kennen und konnte all die Fragen stellen, die ich sonst vermutlich nie direkt loswerden konnte.
Um so mehr freut es mich deshalb, wenn Nora Eckert im oben zitierten Beitrag als Replik auf die genderkritische Feministin eine umfassendere biologische Sichtweise einfordert, als es der Genitalismus von Jane Clare Jones zeigt. Eckert schreibt zu Recht:

Jones und ihre Mitkämpferinnen bestreiten, dass es eine angeborene Geschlechtsidentität gebe und wir trans* geboren werden. Genau hier liegt der Hund begraben. Denn ihr biologistisches Weltbild kennt nur Genitalien. Dabei hat die Neurobiologie das, was Geschlechtsidentität genannt wird und Jones als Seele missversteht, längst als biologisches Faktum erkannt, ohne bereits sagen zu können, wie die „Programmierung“ eigentlich aussieht (mit Sicherheit aber nicht wie das kulturell Konstruierte von Gender). Wir sollten außerdem nicht vergessen, dass es da noch ein paar Instinkte aus unserer tierischen Vorgeschichte gibt. Gegen Biologie ist überhaupt nichts einzuwenden, nur dann bitte die ganze! Der schon etwas ältere Lehrsatz lautet jedenfalls: Das zentrale Sexualorgan des Menschen sitzt zwischen den Ohren und nicht zwischen den Beinen.<< (a.a.O.) (und damit zitierte Eckert Milton Diamond…)

Danke für diesen Beitrag, Nora Eckert!
Ich widme diesen Blog-Beitrag all den jungen Damen, die mich im Fasching 2011 fragte, ob sie mich schminken dürften (und damit viel mehr ins Rollen brachten, als sie vermutlich sich vorstellen konnten).

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Evidenzbasierte Forschung und Informationen

sind mir schon lange ein Anliegen. Allerdings ist es für Nichtmediziner:Innen oft nicht einfach, sich im Dschungel der Studien und Publikationen einen Weg zu bahnen…

Deshalb freue ich mich um so mehr, dass Marisa Kurz auf Scilogs einen sehr informativen Beitrag zum Thema geschrieben hat, den ich hier einfach verlinken will. Ebenfalls informativ ist ein anderer Artikel von Marisa Kurz, in dem sie auf seriöse medizinische Informationen eingeht (unter anderem auch auf Cochrane – darüber schrieb ich hier andernorts schon mehr).

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„Gott macht keine Fehler“ ist

eine Aussage, die von bestimmten frommen Kreisen immer gerne wiederholt wird, wenn diese eigentlich zu bequem sind, sich tiefer mit einem Thema zu beschäftigen. Wer als Mensch mit einer Variante der Geschlechtsentwicklung (Trans* / Inter*) so etwas hört, ist oft verletzt und zieht sich zurück – viele, die ich kenne, sind dann irgendwann aus der Kirche ausgetreten, wenn sie solche Menschen erlebt haben.

Heute möchte ich mich deshalb einmal vertieft solchen Sätzen widmen.

Als Theologin glaube ich durchaus, dass so ein Satz rein abstrakt stimmt. Wenn es nur Gott geben würde und wir im Paradies wären, dann würde das alles stimmen. Da gibt es kein Leid und da wird es am Ende der Zeit kein Leid mehr geben. Darauf vertraue ich.

Aber: Wir leben nicht (mehr / noch nicht) im Paradies, sondern in der „gefallenen Welt / Schöpfung“, wie die Theologen den Sündenfall in Genesis 3 und seine Folgen beschreiben. Wir haben keinen direkten Zugang mehr zu Gott, wir können ihn nicht sehen – es sei denn, Gott offenbart sich. Und das tat er in Jesus Christus. Aber auch zur Zeit Jesu gab es Menschen, die meinten, selbst direkt zu wissen, was Gottes Plan ist und was nicht. Entsprechend war klar: Wenn jemand blind geboren ist, muss es dafür eine Ursache geben, die nicht bei Gott liegt. Also: Sünde. Wer schlechtes tut, erfährt entsprechende Konsquenzen. Tun und Ergehen hängen in dieser Logik direkt zusammen.

Jesus aber macht laut Johannes 9,1-7 deutlich: Selbst diese Logik ist falsch. Es kann ganz andere Gründe haben, warum ein Mensch blind geboren ist – und es juckt ihn herzlich wenig, welche Gründe es hat. Ihm ist der Mensch, den er vor Augen hat und sein Leid wichtig – und er heilt ihn, weil das Gottes Auftrag an ihn in diesem Fall ist (Joh 9,4-5), das Licht Gottes zu sein und in Gottes Sinn zu wirken. D.h. Gottes Sinn war eben nicht Leid zu vermehren, sondern Leid zu verringern. Entsprechend handelte Jesus hier.

Ganz ähnlich war das bei der Begegnung mit Leprakranken. Jesus hat keine Berührungsängste, sondern nimmt ihnen das Leid der Ausgrenzung und das Leid in Folge ihrer Krankheit.

Und in Apostelgeschichte 8 wird deutlich: Ein Eunuch (Kämmerer aus dem Morgenland) begegnet Philippus, weil Gottes Geist den Philippus zu diesem Menschen hinführt. Am Ende dieser Begegnung steht nicht eine wundersame Heilung des Eunuchen, sondern durch die Taufe die Aufnahme in die Gemeinde und Kirche. Gott selbst will das.

Wer also andere ausgrenzt, weil er oder sie mit dem Leid eines Menschen, was vor Augen ist, nicht klar kommt, der handelt nicht im Sinne Jesu. Und wer meint, über Gottes Pläne und seinen Willen spekulieren zu müssen (dazu auch im Blog das, was ich zur „Schöpfungsordnung“ geschrieben habe), der sollte sich mal wieder mehr mit dem Neuen Testament selbst beschäftigen und es einmal darauf hin durchlesen, ob es irgendwo eine Geschichte gibt, in der Gott jemanden deshalb von der Gemeinschaft ausschließt, weil dieser Mensch von Geburt an ein Handicap (egal, ob eine körperliche oder neuronale Variante) hat. Ich bin schon sehr gespannt, ob jemand per Kommentar mir eine entsprechende Geschichte zeigt… – mir ist jedenfalls in diesem Sinn nichts bekannt.

Prof. Dr. Milton Diamond - Foto: Dorothea Zwölfer

Prof. Dr. Milton Diamond an der Goethe Universität in Frankfurt a.M. (2016). Foto: Dorothea Zwölfer (Urheberrecht bei D. Zwölfer)

Und eines sollte eigentlich einem aufmerksamen Leser:in dieses Blogs klar sein: Transsexualität ist eine vorgeburtlich angelegte neuronale Variante der sexuellen Entwicklung (NVSD).
D.h. ein betroffener Mensch hat keine Schuld und auch die Eltern nicht.
Viel mehr sollten sich solche Christen mit dem Thema „endokrine Disruptoren“ oder anderen hormonähnlichen Substanzen (z.B. DES: „Dazu gehörten neben dem vermehrten Vorkommen seltener Krebsarten auch andere Anomalien des Fortpflanzungsapparats.“) bzw. Diethylstilbestrol) auseinandersetzen.

Denn diese können vorgeburtlich entsprechende Entwicklungen im Mutterleib auslösen, wie Milton Diamond im Blick auf Testosteron bei Meerschweinchen zeigte (hier in einem sehr lesenswerten Interview mit ihm in deutscher Sprache).

Und man sollte sich dazu fragen, ob es ähnlich wie beim Tabak auch hier Agnotologie (z.B. via Detektor.fm oder bei Wikipedia) und/oder Leugnung von wissenschaftlichen Fakten (sehr lesenswert dazu dieser Beitrag bei Spektrum) gibt, die letztlich die Gesellschaft polarisieren und spalten will, um Gesetzesänderungen zu verhindern oder aufzuschieben.

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empirische Untersuchungen zum biologischen Geschlecht gibt

es inzwischen viele, die verdeutlichen, dass es einen Berg an Studien und Reviews zur anatomischen, genetischen und funktionellen Geschlechtsdiversität gibt.

Hier mal einige Beispiele (neben den vielen, die ich im Blog an anderer Stelle erwähnt habe):

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26656201/

und das Ergebnis der Studie im Abstract:
Wide variability exists in the appearance of female external genitalia. Sexual function does not appear to be associated with genital dimensions. This information is important for both women and surgeons when considering cosmetic vulvar surgery.

übersetzt:

Es gibt eine große Variabilität im Blick auf das Aussehen weiblicher äußerer Genitalien. Die sexuelle Funktion scheint nicht mit den äußerlich sichtbaren Genitalien zusammenzuhängen. Das ist besonders für Frauen und Chirurgen wichtig, die über kosmetische Operationen an der Vulva nachdenken.

Die Vielfalt an Ausprägungen von neuronal verankerten Varianten der Geschlechtsentwicklung und ihre genetische Verankerung sind Thema dieses Reviews:

„The Biological Contributions to Gender Identity and Gender Diversity: Bringing Data to the Table“, hier als Abstract zu finden:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29460079/

Bemerkenswert finde ich im Abstract diesen Satz:

Based on the data reviewed, we hypothesize that gender identity is a multifactorial complex trait with a heritable polygenic component.

übersetzt:

Auf Grund der untersuchten Daten gehen wir davon aus, dass Geschlechtsidentität ein multifaktoriell komplexes Merkmal mit einer vererbbaren polygenetischen Komponente ist.

Ebenso wichtig folgendes Statement:

We argue that increasing the awareness of the biological diversity underlying gender identity development is relevant to all domains of social, medical, and neuroscience research and foundational for reducing health disparities and promoting human-rights protections for gender minorities.

übersetzt:

Wir argumentieren, dass die Sensibilisierung für die biologische Vielfalt die der Entwicklung der Geschlechtsidentität zu Grunde liegt, relevant ist für alle Bereiche der sozialen, medizinischen und neurowissenschaftlichen Forschung. Sie ist grundlegend für den Abbau von Ungleichheit im Gesundheitswesen und Förderung der Menschenrechte bei geschlechtlichen Minderheiten…

Und noch ein lesenswertes Review mit dem Titel „Gender Dysphoria: A Review Investigating the Relationship Between Genetic Influences and Brain Development von Ferdinand Boucher (Universität Exeter) und Tudor Chinnah mit vielen Literaturhinweisen am Ende, der als full-Text kostenfrei (Stand 6.1.2022) downloadbar ist: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7415463/pdf/ahmt-11-89.pdf

D.h. beim Thema geht es keineswegs um „Transgender-Ideologie“, wie manche einfach faktenfrei postulieren, sondern um biologische Zusammenhänge, die freilich manchen Querdenkern zu komplex sein mögen, um sich damit zu beschäftigen.
Für alle anderen gilt, ähnlich wie bei Sars-CoV2: Es ist gut, sich mit den biologischen Fakten auseinanderzusetzen, wenn man sich mit dem Thema „Transsexualität“, „Transidentität“ bzw. Varianten geschlechtlicher Entwicklung und deren Hintergründen und Ursachen bzw. Ätiologie beschäftigt.

Leider ist das in vielen Medienartikeln oft noch zu wenig der Fall, da rührende Geschichten über die „Umwandlung von Herrn M zu Frau S“ mehr Umsatz bringen, als ein etwas mühevoll recherchierter Doku-Beitrag über die biologischen Hintergründe und die Feldforschung zum Thema. Cool wäre es, wenn es wenigstens einen Podcast zum Thema geben würde, in dem ähnlich wie zu Sars-CoV2 (Podcasts des MDR (Kekule) oder NDR (Drosten/Ciesek)) Wissenschaftsjournalisten die Fachwissenschaftler der Biologie/Neurobiologie/Genetik usw… interviewen würden… – vielleicht wäre das mal was an guten Vorsätzen für 2022 bei einer Redaktion des BR, NDR oder einer anderen Rundfunkanstalt?

Update 8.5.2022

Im Abstract bei pubmed vom Aufsatz „The role of steroid hormones in the sexual differentiation of the human brain“ (Julie Bakker) heißt es:

„Research on animal models has demonstrated that sex differences in brain and behavior are induced by steroid hormones during specific, hormone sensitive, developmental periods. It was shown that typical male neural and behavioral characteristics develop under the influence of testosterone, mostly acting during perinatal development. By contrast, typical female neural and behavioral characteristics may actually develop under the influence of estradiol during a specific prepubertal period. This review provides an overview of our current knowledge on the role of steroid hormones in the sexual differentiation of the human brain. […] Furthermore, data from CAIS also suggest a contribution of sex chromosome genes to the development of the human brain. The final part of this review is dedicated to a brief discussion of gender incongruence, also known as gender dysphoria, which has been associated with an altered or less pronounced sexual differentiation of the brain.“ (Quelle pubmed Abstract, eingesehen am 8.5.2022)

Übersetzt:
„Untersuchungen an Tiermodellen haben gezeigt, dass geschlechtsspezifische Unterschiede im Gehirn und Verhalten durch Steroidhormone während spezifischer, hormonempfindlicher Entwicklungsperioden induziert werden.
Es wurde gezeigt, dass sich unter dem Einfluss von Testosteron, das hauptsächlich während der perinatalen Entwicklung wirkt, typische männliche neurale und Verhaltensmerkmale entwickeln.
Im Gegensatz dazu können sich typische weibliche Nerven- und Verhaltensmerkmale unter dem Einfluss von Estradiol während einer bestimmten präpubertären Zeit aktuell entwickeln. Diese Übersicht gibt einen Überblick über unseren aktuellen Wissensstand zur Rolle von Steroidhormonen bei der Geschlechtsdifferenzierung des menschlichen Gehirns. […] Darüber hinaus deuten Daten von CAIS auch auf einen Beitrag von Geschlechtschromosomengenen zur Entwicklung des menschlichen Gehirns hin. Der letzte Teil dieser Übersicht widmet sich einer kurzen Diskussion der Geschlechtsinkongruenz, auch als Geschlechtsdysphorie bekannt, die mit einer veränderten oder weniger ausgeprägten sexuellen Differenzierung des Gehirns in Verbindung gebracht wird.“

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