Das Cochrane Review zur Hormontherapie bei

Transgendern bzw. Frauen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung ist nun vom Transevidence-Team fertiggestellt worden und veröffentlicht. Man findet es auf der Internetseite von Transevidence hier.

Bei Cochrane findet man das Review (leider nicht in voller Länge) hier im Internet.

Wir gratulieren dem Team und hoffen, dass bald weitere Publikationen von Reviews folgen und die Forschung evidenzbasierter wird.

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Die Universitätsklinik in Ulm spricht auch von „Varianten der Geschlechtsentwicklung“

und zwar (Stand 20.11.2020 – hier verlinkt) nicht nur im Blick auf diejenigen, die man früher mit dem Stempel DSD einsortierte, sondern auch im Blick auf das „psychische Geschlecht“ als Oberbegriff. Dieser Oberbegriff ersetzt also das Abkürzungsmonstrum LSBTTIQA*+ – wir haben ja schon einiges über diese Begrifflicheit VdG bzw. VSD (variants of sexual development für die Fans der englischen Sprache) in diesem Blog geschrieben. Kritisch anzumerken ist, dass es noch viel zu viele medizinische Interventionen bei Menschen mit Variante der Geschlechtsentwicklung gibt, wenn diese noch keineswegs rechtlich gesehen die Einwilligungsfähigkeit erreicht haben (Genital-Operationen bei Menschen mit uneindeutigem Genital bzw. der Diagnose DSD).

Wir befürworten medizinische Hilfe, aber (außer bei akuter Lebensgefahr) erst dann, wenn Menschen dieser Hilfe zustimmen können und wissen können, was gemacht wird und welche Folgen das haben wird/kann.
Darum ist unserer Meinung nach die Einwilligungsfähigkeit bei Operationen ein Thema, dass viele Mediziner im Blick auf die Behandlung von Menschen mit Variante der Geschlechtsentwicklung generell als Kriterium stärker reflektieren sollten. (auch für die, bei denen bislang erst Operationen mit 18 erlaubt sind – bei TS/TI ist das derzeit der Stand – d.h. sie leiden an mangelhafter med. Hilfe und könnte diese auf Grund vorhandener Einwilligungsfähigkeit sicher schon früher bekommen…- die UN-Kinderrechtskonvention sagt in Art. 24 jedenfalls: „Die Vertragsstaaten bemühen sich sicherzustellen, daß keinem Kind das Recht auf Zugang zu derartigen Gesundheitsdiensten vorenthalten wird.“).
Spannend ist dabei die Frage, wie weit Minderjährige selbst entscheiden dürfen, was ein Arzt an med. Hilfe an ihnen durchführen will. Einerseits gibt es da die UN-Kinderrechtskonvention, andererseits ist diese bislang kaum im Bewusstsein von Juristen und denen, die über solche Fragen entscheiden müssen, wie man z.B. an diesem Text mitbekommt, der die Konvention nicht erwähnt.

Besonders im Blick auf eine unkomplizierte Änderung des Vornamens- und Personenstands (siehe das neue Personenstandsgesetz) sollten sich betroffene Personen überlege, ob sie nicht auch generell lieber diesen Begriff verwenden als die veralteten Buchstabenkombinationen oder Trans-Begriffe. Das betrifft natürlich auch die behandelnden Mediziner. Sehr empfehlenswert dazu ist die Internetseite von Julia Monro dazu.

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neuronale Varianten der Geschlechtsentwicklung (NVSD) gab es

zu allen Zeiten. Das Portal queer.de berichtete über Berthold Buttgereit, einen Menschen, der bereits 1920 erreichte, so zu leben, wie er sich selbst wahrgenommen hat. Damals erstellte Magnus Hirschfeld ein entsprechendes Gutachten – anscheinend setzte sich diese „Tradition“ bis in die Gegenwart fort ohne dass bei der Gründung der Bundesrepublik jemand auf die Idee kam zu fragen, ob in einer Demokratie Menschen anders behandelt werden sollten als in einem Staat, in dem der Kaiser und die Obrigkeit eine zentrale Rolle spielen.

Ungeachtet dessen ist dieser Artikel ein Beispiel dafür, dass die Thematik kein Modephänomen oder „Hype“ ist… – weitere Gedanken zum Thema „Transsexualität in der Geschichte“ findet man in G. Schreiber, Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften (DeGruyter, 2016).

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Die Bedeutung von Progesteron bei der Hormontherapie von

Menschen mit Variante der Geschlechtsentwicklung (Transgendern) wird in einer wissenschaftlichen Publikation auf Pubmed hier beschrieben. Kritikpunkt ist die Frage, ob der Einsatz von Antiandrogenen angesichts deren Nebenwirkungen ausreichend reflektiert wurde und ob nicht Estradiol und bioidentisches Progesteron alleine völlig ausreichend wären für eine HRT.

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Pubmed ist ja manchen bekannt,

die Medizin studieren und lernen, sich in medizinischen Datenbanken zu orientieren. Im Blick auf Menschen mit einer neuronalen Variante der Geschlechtsentwicklung ist vielleicht noch zu wenig bekannt, wie man dort auch immer wieder interessante Reviews finden kann. So ist zum Beispiel derzeit dort ein Review über die Gehirnentwicklung in Korrelation mit der Genetik zu finden:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32801984/

Ein weiteres Indiz, wie wichtig das sogenannte „Hirngeschlecht“ bzw. neuronal verankerte Geschlecht ist und warum die Selbstaussage von Menschen mit einer neuronalen Variante der Geschlechtsentwicklung mehr zählen sollte als irgendwelche Gutachten. Dr. Claudia Haupt wies ja in ihrem bahnbrechenden Aufsatz „Sie sind ihr Gehirn“ auf die Thematik schon vor einigen Jahren hin und Christin Löhner hat die Idee von neuronalen Varianten der Geschlechtsentwicklung mit ihrerm Verbund von Selbsthilfegruppen aufgegriffen – um so schöner finde ich es, wenn auch in internationalen wissenschaftlichen Publikationen sich der Gedanke immer mehr durchsetzt, dass das „wichtigste Geschlechtsorgan zwischen den Ohren“ (in Anlehnung an Prof. M. Diamond) und nicht zwischen den Beinen sitzt. So war das ja auch schon bei der internationalen, interdisziplinären Konferenz Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften“ an der Goethe Universität Frankfurt ein wichtiges Statement. Schade nur, dass in der Publikation im Abstract von „abnormal“ geschrieben wird. Wenn die Natur so vielfältig ist in den Varianten der Geschlechtsentwicklung, sollte man sich mit wertenden Aussagen wie „abnormal“ sehr zurückhalten.

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Zwei neue Beiträge in der Mediathek der ARD

zeigen, wie stark Vorurteile und Hass gegenüber Menschen mit einer neuronalen Variante der Geschlechtsentwicklung (Transsexualität) in der Gesellschaft noch verankert sind:

  • Giuliana erlebte als Kind und Jugendliche viel Mobbing in der Schule (ein Grund mehr für eine entsprechende Überarbeitung der Bildungspläne). Ihr Video vom SWR findet man hier verlinkt (leider ist die Wortwahl teilweise unterirdisch – deshalb empfehle ich an dieser Stelle einmal mehr den Medienguide von Lena Balk für Betroffene wie auch Redakteure).
  • Pfarrerin Elke Spörkel bekam in ihrer Kirchengemeinde Ärger, als sie ihre derzeitige Frau heiratete und musste die Gemeinde verlassen. Ihren Film, der in der ARD lief, findet man hier.

Update: Human rights watch berichtete über Hass und Gewalt im Blick auf NVSD im Syrienkonflikt.

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Oberbegriffe

für die Thematik „Transsexualität“, „Transidentität“, „Transgender“ wurden ja schon viele gesucht. Manche halten „Transgeschlechtlichkeit“ für einen passenden Oberbegriff, andere reden lieber von „trans*“ und ggf. sogar noch von „Transmenschen“… – aber die gesamten Trans-Begriffe machen wenig Sinn, wie ich an anderer Stelle schon dargelegt habe. Besser ist als Oberbegriff von „Varianten der Geschlechtsentwicklung“ zu sprechen. Dr. Claudia Haupt begründet das sehr ausführlich in Ihrem Aufsatz, den man hier downloaden kann. Man sollte zum Aufsatz bzw. Begriff „okkult“ noch anmerken, dass der nicht im Sinne der Esoterik oder Religion im Aufsatz verstanden wird, sondern im medizinischen Sinn, d.h. also „verborgen“. Okkulte Intersexualität ist also eine, die einem Menschen lange Zeit „verborgen“ bleibt und hat nichts mit „okkulten Praktiken“ im Sinne einer Religion oder Sekte zu tun.

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Vorlagen für Gemeindebriefe

IRELKB

Logo der IRELKB

gibt es viele – aber eine Vorlage für Gemeindebriefe evangelischer Kirchengemeinden in Bayern, in der es um das Thema IRELKB geht, gibt es bislang genau eine Einzige.
Darin wird beschrieben, was die Initative Regenbogengemeinden in der ELKB (= IRELKB) ist und warum es ein Zeichen gegen Kirchenaustritte ist, wenn Kirchenvorstände beschließen, sich der IRELKB anzuschließen und so den Gemeindeaufbau von inklusiven Gemeinden fördern.

Alle Details zum Thema und die Gemeindebriefvorlagen findet man auf der Internetseite des Vereins Kreuzweise-Miteinander e.V., der Initator der IRELKB ist.

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es gibt ja immer noch Endokrinolog*en,

die meinen, es gäbe keine wissenschaftlich begründete Notwendigkeit für den Einsatz von Progesteron in der Hormontherapie von Menschen mit Variante der Geschlechtsentwicklung (transsexuelle Menschen). Erst vor Kurzem las ich wieder einmal, wie bei einer Frau deshalb die Estrogendominanz zunnahm und der Estrogenwert zu hoch anstieg. Dabei ist das Phänomen bekannt und Progesteron dabei wichtig.

Nun gibt es aber durchaus Studien zum Thema, die zeigen: Klar gibt es auch wissenschaftliche Gründe, Progesteron in der Hormontherapie bei TS/TI/TG einzusetzen.
Hier mal ein Link zu einem wissenschaftlichen Artikel (Oxford) aus dem Jahr 2019: https://academic.oup.com/jcem/article/104/4/1181/5270376?fbclid=IwAR2nLYE4JQg-SSvh4AjrKzIIH5ciEKm3sTDhoYq0jvoIw3Q_A5DIKIMmbKY

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Der Blog ist nun beim neuen Provider

angekommen und wieder online. Ich hoffe, im Laufe der Zeit aktuelle Themen wieder erörtern zu können. So ist z.B. ein Entwurf eines neuen Selbstbestimmungsgesetzes von den Grünen Thema bei Insidern und im Vorstand unseres Vereins.

In den letzten Wochen waren wir auch angefragt worden zum Thema „Konversionstherapieverbot“ und haben dazu Stellung genommen – hier findet man das ausführliche Interview.

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