Die Bedeutung von Progesteron bei der Hormontherapie von

Menschen mit Variante der Geschlechtsentwicklung (Transgendern) wird in einer wissenschaftlichen Publikation auf Pubmed hier beschrieben. Kritikpunkt ist die Frage, ob der Einsatz von Antiandrogenen angesichts deren Nebenwirkungen ausreichend reflektiert wurde und ob nicht Estradiol und bioidentisches Progesteron alleine völlig ausreichend wären für eine HRT.

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Pubmed ist ja manchen bekannt,

die Medizin studieren und lernen, sich in medizinischen Datenbanken zu orientieren. Im Blick auf Menschen mit einer neuronalen Variante der Geschlechtsentwicklung ist vielleicht noch zu wenig bekannt, wie man dort auch immer wieder interessante Reviews finden kann. So ist zum Beispiel derzeit dort ein Review über die Gehirnentwicklung in Korrelation mit der Genetik zu finden:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32801984/

Ein weiteres Indiz, wie wichtig das sogenannte „Hirngeschlecht“ bzw. neuronal verankerte Geschlecht ist und warum die Selbstaussage von Menschen mit einer neuronalen Variante der Geschlechtsentwicklung mehr zählen sollte als irgendwelche Gutachten. Dr. Claudia Haupt wies ja in ihrem bahnbrechenden Aufsatz „Sie sind ihr Gehirn“ auf die Thematik schon vor einigen Jahren hin und Christin Löhner hat die Idee von neuronalen Varianten der Geschlechtsentwicklung mit ihrerm Verbund von Selbsthilfegruppen aufgegriffen – um so schöner finde ich es, wenn auch in internationalen wissenschaftlichen Publikationen sich der Gedanke immer mehr durchsetzt, dass das „wichtigste Geschlechtsorgan zwischen den Ohren“ (in Anlehnung an Prof. M. Diamond) und nicht zwischen den Beinen sitzt. So war das ja auch schon bei der internationalen, interdisziplinären Konferenz Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften“ an der Goethe Universität Frankfurt ein wichtiges Statement. Schade nur, dass in der Publikation im Abstract von „abnormal“ geschrieben wird. Wenn die Natur so vielfältig ist in den Varianten der Geschlechtsentwicklung, sollte man sich mit wertenden Aussagen wie „abnormal“ sehr zurückhalten.

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Zwei neue Beiträge in der Mediathek der ARD

zeigen, wie stark Vorurteile und Hass gegenüber Menschen mit einer neuronalen Variante der Geschlechtsentwicklung (Transsexualität) in der Gesellschaft noch verankert sind:

  • Giuliana erlebte als Kind und Jugendliche viel Mobbing in der Schule (ein Grund mehr für eine entsprechende Überarbeitung der Bildungspläne). Ihr Video vom SWR findet man hier verlinkt (leider ist die Wortwahl teilweise unterirdisch – deshalb empfehle ich an dieser Stelle einmal mehr den Medienguide von Lena Balk für Betroffene wie auch Redakteure).
  • Pfarrerin Elke Spörkel bekam in ihrer Kirchengemeinde Ärger, als sie ihre derzeitige Frau heiratete und musste die Gemeinde verlassen. Ihren Film, der in der ARD lief, findet man hier.

Update: Human rights watch berichtete über Hass und Gewalt im Blick auf NVSD im Syrienkonflikt.

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Oberbegriffe

für die Thematik „Transsexualität“, „Transidentität“, „Transgender“ wurden ja schon viele gesucht. Manche halten „Transgeschlechtlichkeit“ für einen passenden Oberbegriff, andere reden lieber von „trans*“ und ggf. sogar noch von „Transmenschen“… – aber die gesamten Trans-Begriffe machen wenig Sinn, wie ich an anderer Stelle schon dargelegt habe. Besser ist als Oberbegriff von „Varianten der Geschlechtsentwicklung“ zu sprechen. Dr. Claudia Haupt begründet das sehr ausführlich in Ihrem Aufsatz, den man hier downloaden kann. Man sollte zum Aufsatz bzw. Begriff „okkult“ noch anmerken, dass der nicht im Sinne der Esoterik oder Religion im Aufsatz verstanden wird, sondern im medizinischen Sinn, d.h. also „verborgen“. Okkulte Intersexualität ist also eine, die einem Menschen lange Zeit „verborgen“ bleibt und hat nichts mit „okkulten Praktiken“ im Sinne einer Religion oder Sekte zu tun.

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Vorlagen für Gemeindebriefe

IRELKB

Logo der IRELKB

gibt es viele – aber eine Vorlage für Gemeindebriefe evangelischer Kirchengemeinden in Bayern, in der es um das Thema IRELKB geht, gibt es bislang genau eine Einzige.
Darin wird beschrieben, was die Initative Regenbogengemeinden in der ELKB (= IRELKB) ist und warum es ein Zeichen gegen Kirchenaustritte ist, wenn Kirchenvorstände beschließen, sich der IRELKB anzuschließen und so den Gemeindeaufbau von inklusiven Gemeinden fördern.

Alle Details zum Thema und die Gemeindebriefvorlagen findet man auf der Internetseite des Vereins Kreuzweise-Miteinander e.V., der Initator der IRELKB ist.

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es gibt ja immer noch Endokrinolog*en,

die meinen, es gäbe keine wissenschaftlich begründete Notwendigkeit für den Einsatz von Progesteron in der Hormontherapie von Menschen mit Variante der Geschlechtsentwicklung (transsexuelle Menschen). Erst vor Kurzem las ich wieder einmal, wie bei einer Frau deshalb die Estrogendominanz zunnahm und der Estrogenwert zu hoch anstieg. Dabei ist das Phänomen bekannt und Progesteron dabei wichtig.

Nun gibt es aber durchaus Studien zum Thema, die zeigen: Klar gibt es auch wissenschaftliche Gründe, Progesteron in der Hormontherapie bei TS/TI/TG einzusetzen.
Hier mal ein Link zu einem wissenschaftlichen Artikel (Oxford) aus dem Jahr 2019: https://academic.oup.com/jcem/article/104/4/1181/5270376?fbclid=IwAR2nLYE4JQg-SSvh4AjrKzIIH5ciEKm3sTDhoYq0jvoIw3Q_A5DIKIMmbKY

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Der Blog ist nun beim neuen Provider

angekommen und wieder online. Ich hoffe, im Laufe der Zeit aktuelle Themen wieder erörtern zu können. So ist z.B. ein Entwurf eines neuen Selbstbestimmungsgesetzes von den Grünen Thema bei Insidern und im Vorstand unseres Vereins.

In den letzten Wochen waren wir auch angefragt worden zum Thema „Konversionstherapieverbot“ und haben dazu Stellung genommen – hier findet man das ausführliche Interview.

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Warum ich keine trans-Begriffe mehr verwenden werde

liegt daran, dass jede Kombination von „trans“ immer eine Außensicht beinhaltet:
Das Wort „trans“ kommt aus der lateinischen Sprache und lässt sich übersetzen mit „über“, „hinüber“, „jenseits“ – z.B. im Zusammenhang eines Feldzugs eines römischen Feldherren von Italien nach Deutschland „über“ die Alpen hinweg.
Im Blick auf das Geschlecht meint er „A“ überschreitet die Geschlechtergrenze und wird „B“ – „Frau“ wird „Mann“ oder umgekehrt.

Das ist aber letztlich immer eine Deutung und Zuschreibung aus einer Außenperspektive (3. Person Perspektive). Diese Außenperspektive erhebt in der Regel den Anspruch: Wir Außenstehenden wissen doch klar, wo die Grenze zwischen Mann und Frau ist und wie man Geschlecht objektiv bestimmen kann (nämlich auf Grund der Chromosomen). Ihr „Transleute“ seid psychisch gestört, oder „fühlt“ nur etwas, was aber eben nicht „Realität“ ist.
Doch diese Sichtweise ist wissenschaftlich überholt. Zentral ist nicht die Dritte-Person-Perspektive beim Thema, sondern die Erste-Person-Perspektive.
Dazu referierte zum Beispiel die Psychotherapeutin Cornelia Kunert auf der Konferenz „Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften“ (2016 Goethe Uni Frankfurt) und im Fachbuch auf S.609 („Sie [die Erfahrung] ist nicht objektivierbar und von außen überprüfbar […]“ sondern Bewußtseinsinhalte sind ausschließlich „in dieser Ersten-Person-Perspektive erfahrbar“), aber auch im Beitrag von Stephan Goertz im Fachbuch zur Konferenz findet man auf S. 529 einen Hinweis auf die Bedeutung der „Perspektive der ersten Person“ im Blick auf den „erheblichen Leidensdruck“. Für alle, die die Zitate nachlesen wollen: Das Fachbuch hat den Titel „Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften“ (Hg. G. Schreiber).

Wegen dieser und anderer Probleme schlägt auch die Neuropsychologin und Psychiaterin Dr. Dr. Claudia Haupt in ihrem Aufsatz im Buch „das Geschlecht in mir“ (Hg. G. Schreiber) „NVSD“ (neuronal verankerte Variante der Geschlechtsentwicklung – neuronal variant of sexual development) als neuen Begriff vor (dazu mehr in diesem Blog an anderer Stelle).

Im Blick auf die Gemeinsamkeiten mit anderen Menschen (jeder Mensch hat im Blick auf seine Geschlechtsentwicklung eine Einzigartigkeit, ähnlich wie ein Fingerabruck) macht es mehr Sinn, von VSD zu sprechen (Variante der sexuellen Entwicklung – variant of sexual development) bzw. VDGE (Variante der Geschlechtsentwicklung). Das ist auch einer der Gründe, warum sich eine „Trans* Selbsthilfegruppe“ umbenannt hat – mehr dazu findet man im Beitrag von Christin Löhner hier.

VSD/VDGE erleichtert als Begriff auch Klarheit im Blick auf Inanspruchnahme des neuen Vornamens- und Personenstandsgesetzes (§45b Pstg) ohne Zwangsbegutachtung. Julia Monro von der DGTI hat dazu in ihrem Blog zum Thema einiges (zum Beispiel für Arztpraxen)geschrieben. So erwähnt sie etwa ein Urteil des AG Münster, wonach „das subjektive Empfinden maßgeblich ist“ [für eine VÄ/PÄ] – also auch die Erste-Person-Perspektive betont.

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Unter der Abkürzung IRELKB versteht man die

Initiative Regenbogengemeinden in Bayern bzw. Initiative Regenbogengemeinden in der ELKB (evangelisch lutherische Kirche in Bayern). Sie ist nun auf der Internetseite des Vereins Kreuzweise-Miteinander e.V. zu finden: https://www.kr19.de/irelkb

Die bisherige Internetseite www.irelkb.de existiert zwar auch (noch), aber wird nicht eigens mit Inhalt befüllt.

Die Ziele der IRELKB sind ebenso wie eine Vorlage für einen Antrag an den örtlichen Kirchenvorstand auf der obigen Internetseite genauer beschrieben bzw. downloadbar.
In der TAZ im Artikel von Stefan Hunglinger vom 8.3.2020 wird die Initiative kurz erwähnt (werden).

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Unter der Überschrift „Wer hat Angst vorm bösen Gender?“ erschien

 

im hessischen Pfarrblatt ein interdisziplinärer Artikel der Neuropsychologin und Neurowissenschaftlerin Dr. Claudia Haupt, des Theologen Dr. Gerhard Schreiber und der Pfarrerin Dorothea Zwölfer. Anlass war das im Frühjahr erschienene vatikanische DokumentAls Mann und Frau erschuf er sie…“, in dem die Angst vatikanischer Theologen vor Genderfragen offenkundig wird. Das Paper der drei Autoren bezieht eine andere Sichtweise, die offen ist für die Ergebnisse der Neurobiologie und auf Ergebnisse der Phänomenlogie rekurriert.

 

Wichtig ist dabei den Autoren, zu zeigen, wie Transsexualität eben grade nicht (wie vom Vatikan behauptet) eine Angelegenheit einer Gefühlsentscheidung ist, sondern biologisch verankert ist.

 

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