Der Verein Kreuzweise – Miteinander e.V. wurde

dieses Jahr erfolgreich gegründet und ist inzwischen im Vereinsregister Coburg (VR 200521) eingetragen. Kreuzweise-Miteinander e.V. wurde im Blick auf die Gemeinnützigkeit anerkannt und kann Spendenquittungen (ab 200 Euro, darunter gilt der Überweisungsbeleg als Nachweis) ausstellen. Eine eigene Homepage ist in Planung. Bis dahin gibt es hier erste Informationen zum Verein.
Wir wollen im Blick auf Minderheiten (insbesondere LSBTTIQ) Bildungsprojekte fördern und in Kirche und Gesellschaft Vorurteile gegenüber LSBTTIQ abbauen. Deshalb haben wir folgende Ziele des Vereins beschlossen:
Die Förderung

1.) von Wissenschaft und Forschung (§ 52 Abs. 2 Nr. 1 AO).

  • Dieser Zweck wird insbesondere verwirklicht durch
    • Förderung von Tagungen, Kongressen, Arbeitskreissitzungen,
    • Förderung von Forschungsprojekten, soweit keine andere Finanzierung besteht,
    • Verwirklichung von Bildungszwecken für die benannten Personengruppen in der Präambel,
    • Kooperation mit Universitäten, Forschungseinrichtungen, gemeinnützigen Vereinen (z.B. Deutsche Gesellschaft für Health Consumer Ethik DGHCE e.V.), Stiftungen, Bibliotheken,
    • Verbreitung von Publikationen/Medien

2. von kirchlichen Zwecken (§ 54 AO). Das soll z.B. Gestalt gewinnen durch:

  • Planung und Durchführung von Gottesdiensten zur Erinnerung an ermordete Transsexuelle bzw. Menschenrechtsgottesdienste oder Gottesdienste mit Aufklärungscharakter;
  • Gottesdienste, Glaubenskurse und Seminare, die der Stärkung des Glaubens / Resilienz und der Förderung der Gemeinschaft dienen
  • Förderung von Kirchengemeinden (ökumenisch im Sinne der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen AcK), aus denen Vereinsmitglieder kommen, um durch Synergieeffekte auch dem Verein zu helfen (z.B. Kirchenkonzerte, die Akzeptanz und Vielfalt thematisieren;)
  • Vorträge in Kirchengemeinden, Erwachsenenbildungseinrichtungen,
  • Angebote von christlichen Freizeiten und Seelsorge für LSBTTIQ und für deren Angehörige
  • Vernetzung und Veröffentlichung einer Übersicht von Kirchengemeinden, die sich LSBTTIQ-freundlich positionieren.

3. von Erziehung, Volks- und Berufsbildung einschließlich der Studierendenhilfe (§ 52 Abs. 2 Nr. 7 AO). Das soll Gestalt gewinnen durch 

  • Durchführung von Seminaren, um Gemeinschaft und Bildung zu fördern,
  • Übernahme von Reisekosten für Referent*innen,
  • Anschaffung von Fachbüchern über Minderheiten,
  • Übersetzung und ggf. Publikation von Fachbüchern, Zeitschriftenbeiträgen etc…
  • Übersetzung bedeutender Medien, die das Verständnis und die Akzeptanz von Minderheiten fördern.
  • Kooperation mit öffentlichen Bibliotheken, Industrie- und Handelskammern sowie Berufsverbänden und Verbreitung von Medien über diese Einrichtungen, die Akzeptanz und Wissen über Minderheiten fördern und/oder dazu beitragen können, dass Menschen bessere Chancen haben, in einen Beruf wieder einzusteigen.

4. von internationaler Gesinnung, Akzeptanz und Wertschätzung auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens (§ 52 Abs. 2 Nr. 13 AO)
Das wollen wir erreichen durch Verbreitung von gesprochenen oder geschriebenen Wortbeiträgen (Publikationen, Radio, TV-Beiträge) in anderen Sprachen, um über die Lebenssituation transsexueller Menschen weltweit aufzuklären (z.B.: Hassverbrechen und Morde an transsexuellen Menschen) bzw. die Situation zu verbessern.

Wir haben vor, einerseits Projekte mit mehr kirchlichen Zwecken für kirchlich interessierte Menschen anzupacken und andererseits Bildungsprojekte/Übersetzungsprojekte, die man sicher auch dann gerne unterstützen wird, wenn man mit Kirche und Glauben nichts am Hut hat. Projektbezogene Spenden werden für keine anderen Dinge verwendet!

Mitglied im Verein Kreuzweise-Miteinander e.V. kann nur werden, wer gleichzeitig Mitglied in einer christlichen Kirche ist (evangelisch, katholisch, altkatholisch, orthodox, freikirchlich… – und diese Kirche muss in einer AcK zumindest Gaststatus haben – egal, ob Bundes-AcK oder regionale AcK).

Der Jahresmindestmitgliedsbeitrag beträgt 10 Euro.

Der Vorstand des Vereins besteht aus:

  • Dorothea Zwölfer (1. Vorsitzende),
  • Jana Michel (2. Vorsitzende),
  • Peter Bögeholz (Kassenwart),
  • Petra Maria Mayer (Schriftführerin)

Wer mehr erfahren will, kann über das Kontaktformular auf meiner privaten Website gerne mit mir Kontakt aufnehmen.

Erstes Projekt unseres Vereins ist die Finanzierung einer Übersetzung von Prof. Dr. Joan Roughgarden (Department of Biology Stanford University / Hawaii Institute of Marine Biology, University of Hawaii) mit dem Titel „The Gender Binary in Nature, Across Human Cultures, and in the Bible“ in die deutsche Sprache. Dafür sammeln wir Spenden. Hier gibt es nähere Informationen zum Projekt für alle, die uns dabei unterstützen wollen. Wir realisieren damit Ziel 1,3 und 4.

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Der Spiegel brachte in seiner Online-Ausgabe

einen lesenswerten Artikel über das, was transsexuelle / transidente Menschen erleben, wenn sie medizinische Hilfe bei einer Geschlechtsangleichung brauchen. Leider wird im Text nicht so deutlich, dass eigentlich die rechtliche Ebene der Begutachtung nur für die Vornamens- und Personenstandsänderung, nicht aber für das medizinische Verfahren notwendig ist (zumindest in der Theorie sollten die Gutachten für die med. Unterstützung bei einer Geschlechtsangleichung nicht nötig sein – in der Praxis fordern die Krankenkassen aber vor einer Kostenübernahme einer Operation oft die Gutachten an).

Ich bin gespannt, wann sich das, was das Bundesverfassungsgericht festgestellt hat, auch in einem modernen Transsexuellenrecht findet:

>Was die Betroffenen schon lange wissen, hat auch das Bundesverfassungsgericht erkannt. Im Beschluss zur „dritten Option“ erklärte es, dass Geschlecht nur subjektiv bestimmbar ist.<<

 

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evidenzbasierte Medizin ist ein Thema,

zu dem ich in diesem Blog schon mehrfach etwas geschrieben habe. Nun bin ich auf einen interessanten Podcast der Medizinjournalistinnen Dr. Iris Hinneburg und Silke Jäger gestoßen, den ich an dieser Stelle weiterempfehlen will – die Beiträge sind meiner Meinung nach so allgemeinverständlich, dass jeder sie verstehen kann.
Erst vor Kurzem hatte ich wieder einmal mit jemandem ein Gespräch über den Nutzen von Testo-Blockern bei der Hormontherapie. Dabei stellte sich heraus, wie mühsam es ist, von einer „eminenzbasierten“ Denkweise wegzukommen und sich mit dem Thema evidenzbasierte Medizin näher auseinanderzusetzen. Dabei würde das vielen transsexuellen / transidenten Menschen im Blick auf ihre Gesundheit genauso helfen wie dem Rest der Bevölkerung, die nicht TS/TI/TG ist.

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Beim Thema Geschlecht meinen manche Menschen: Das ist ja

sonnenklar – doch in diesem Youtube-Video mit Vera F. Birkenbihl sieht man sehr schnell und unterhaltsam (bis Minute 22), wie komplex die Thematik (Beispiel Turner-Syndrom, AIS) ist. Nebenbei wird auch ein wenig Einblick in die Thematik der Intersexualität vermittelt – und wenn man verstanden hat, was sie über „Gehirnstruktur“ andeutet, dann ist man beim Thema Transsexualität/Transidentität auch ein wenig mehr auf dem Stand der Forschung…

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Dana Diezemann, Pfarrer Klaus-Peter Lüdke und Dr. Henner Will waren

Gäste in der Talk-Runde „Alpha und Omega“ – Thema der Sendung: „Transidentität“. Die Sendung empfinde ich für viele, die sich mit dem Thema nicht auskennen, hilfreich (auch wenn man sich um manche Begriffe in der Community streitet). Unter anderem erklärte Dana Diezemann die Thematik, in dem sie die neurowissenschaftliche Sichtweise sehr anschaulich in die Diskussion einbrachte. Klaus-Peter Lüdke berichtete über das Coming out seines Sohnes und die ersten Erfahrungen damit – diese Erfahrungen waren für ihn Anlass das Buch „Jesus liebt trans*“ zu schreiben.
Dr. Henner Will verwies in der Sendung auf die neue AWMF S3-Leitlinie, die die bisherige Leitlinie zur Behandlung transsexueller Menschen ablöst und – so sieht er es – deutliche Verbesserungen mit sich bringt. Die Selbsthilfegruppe transident Münster findet die Leitlinie positiv.
Allerdings gibt es bereits jetzt Kritik an der AWMF Leitlinie durch trans-evidence. Wenn man die Leitlinie durchliest, fällt einem auf, wie wenig Menschen, die selbst vom Thema betroffen sind, bei der Entwicklung beteiligt waren. Entsprechend verwundert es auch nicht, wenn zum Beispiel die Schmerztherapie (Lokal-Anästhesie) während der Epilationsbehandlung (die in den Niederlanden zum Beispiel möglich ist), gar kein Thema ist.
Update: Auch von ATME gibt es Kritik an der Leitlinie – Grundübel sei die Denke mit Begriffen und Schubladen wie „Geschlechtsidentität“ – zur Geschichte der „Geschlechtsidentitätsdiagnostik“ schrieb ATME inzwischen ebenfalls einen Artikel.

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beim „Medizin-TÜV“ für die Hormontherapie transsexueller / transidenter Menschen

ist nun ein Team von trans-evidence offiziell anerkannt worden. Der „Medizin-TÜV“ ist eine allgemeinverständliche Bezeichnung dessen, was die Organisation Cochrane international im Blick auf medizinische Studien macht: Sehr genaue und unabhängige Prüfung von medizinischen Studien (leider gibt es im Blick auf die Unabhängigkeit bei manchen Medizinern inzwischen Zweifel, die sich derzeit vor allem an einer Studie zur HPV Impfung entzündet haben – aber das sagt ja nichts über die konkrete Arbeit von trans-evidence aus).
Diese Prüfung erfolgt in sogenannten Reviews. Dabei sichtet ein Forscherteam alle Studien zu einem bestimmten Thema. Das besondere bei dieser Arbeit von Cochrane: Bevor die Reviewer ihre Arbeit aufnehmen wird ein sogenanntes Review-Protokoll erstellt. In diesem Review Protokoll werden die genauen Ziele und Verfahren beschrieben, wie man welche Studien nach welchen Kriterien auswerten will und im Blick auf welche Ergebnisse (Outcomes). Durch das Protokoll und dessen Veröffentlichung in einer Datenbank wird gewährleistet, dass man sich nicht bei der Prüfung von Studien das Ergebnis so zurechtbiegt, wie es einem passt, sondern immer die gleiche Art der Prüfung durchführt. So wird der sogenannte Bias (Fehler / Abweichung) verringert.

C. Haupt, M. Henke, A. Kutschmar, B. Hauser, S. Baldinger und G. Schreiber haben nun so ein Review-Protokoll erfolgreich eingereicht, d.h. es wurde von Cochrane anerkannt. Damit ist dieses Forscherteam für „Antiandrogens or estradiol treatments or both during hormone replacement therapy in transitioning transgender women (Protocol)“ zuständig – also kurzgefasst für die Hormontherapie von weiblichen transsexuellen / transidenten / transgender – Menschen. Hilfreich ist diese Form der evidenzbasierten Medizin nicht nur für TS/TI/TG, sondern generell für alle Menschen, denn sie trägt dazu bei, zu fragen, welche Behandlung tatsächlich Nutzen bringt und was vielleicht mehr Risiken als Nutzen hat usw….
Als Consultant von trans-evidence freue ich mich über dieses Ergebnis von trans-evidence, gratuliere dem Team herzlich und bin gespannt auf weitere Ergebnisse…

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„In manchen Regionen soll es kaum eine Frau geben, die nicht vergewaltigt wurde.“

so berichtet die Tagesschau über den Kongo. Mir lässt so eine Aussage keine Ruhe. So schön es ist, wenn Dr. Deniz Mukwege den Friedensnobelpreis (Herzlichen Glückwunsch!) für seine Arbeit bekommt – ich frage mich, warum die europäische Union oder zumindest die Länder in der EU, die sich wirklich zu Recht „Demokratien“ nennen wollen und die grundlegende Menschenrechte zum Beispiel in Form des Grundgesetzes als Verfassung haben, nicht deutlich mehr für eine Änderung der Situation im Kongo tun. Die dortigen Bodenschätze und die Ausbeutung sind – wie ja seit langem bekannt – ein Grund für die Gier großer Konzerne. Aber warum beschränkt man nicht deren Marktmacht mit Gesetzen, wenn sie durch ihr Handeln letztlich dort grundlegende Menschenrechte verletzen (lassen)…?
Zum Thema Kongo habe ich anderen Orts schon mehr geschrieben – ich hoffe, dass mehr Menschen darüber nachdenken, wie man die Situation von Frauen im Kongo verbessern kann und sich in den nächsten 5 Jahren sich die Situation deutlich verbessert. Sexualisierte Gewalt ist ein NoGo und muss es weltweit sein!

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Wenn Außerirdische auf Menschen treffen, dann wäre

folgendes Gedankenexperiment denkbar, welches ich mit freundlicher Genehmigung von Jessica G. hier auch öffentlich re-bloggen will:


Gedankenexperiment: Was macht uns Menschen aus?

(Warnung: Folgende Metapher ist bewusst sehr abstrakt gewählt, es geht nicht darum, ob dies medizinisch überhaupt möglich ist, sondern soll die Problematik von Geschlechtszuweisungen veranschaulichen.)

Eine hoch entwickelte außerirdische Zivilisation besucht still und heimlich die Erde. Aufgrund eines defektes an ihrem Raumschiff, müssen sie bruchlanden. Bei der Bruchlandung kommt es zu einer Kollision mit einem einheimischen Kleinfahrzeug, in dem Anne und Klaus sitzen. Beide Innensassen werden schwer verletzt.

Die Außerirdischen haben ein schlechtes Gewissen und wollen den beiden helfen. Jedoch ist der Körper von Anne so schwer verletzt, dass dieser nicht gerettet werden kann, ihr Gehirn ist aber noch in tackt. Bei Klaus ist es genau umgekehrt, das Gehirn ist nicht mehr zu retten, der Hirntod bereits eingetreten, dafür ist jedoch der restliche Körper noch funktionsfähig. So beschließen die Außerirdischen, wenigsten einen von beiden zu retten, indem sie das Gehirn von Anne in den Körper von Klaus transplantieren. Die Außerirdischen verschwinden wieder ohne Spuren zu hinterlassen, auch gibt es am behandelten Körper keine Spuren, wie Narben, welche Rückschlüsse auf diesen Eingriff zuließen.

Frage: Wessen Körper ist das nun? Ist es der Körper von Klaus? Oder, ist es der Körper von Anne?

Anne wacht auf und kann sich an nichts erinnern, sie weiß weder wo Klaus ist, noch was mit ihr passiert ist. Zu ihrem Entsetzen muss sie feststellen, dass ihr Äußeres exakt dem von Klaus gleicht, einfach alles, auch die Stimme. Anne steht nun vor der Herausforderung, dass sie anderen Menschen mitteilen möchte, dass sie Anne ist, und nicht Klaus.

Frage: Wie könnte Anne sich erklären, ohne, dass man sie dabei für verrückt hält?

Wie erwartet, wird Anne nicht verstanden, alle denken, Anne wäre Klaus. Letztendlich macht man ihr ein Zugeständnis, indem sich ihr Umfeld darauf einigt; Es handle sich um Klaus, welcher sich wünscht Anne zu sein.

Frage: Handelt das Umfeld hierdurch im Interesse von Anne und wird ihr damit geholfen?

Anne versucht nun ihr Schicksal zu akzeptieren. Von ihrem Umfeld wird sie mit Klaus und männlichen Pronomen angesprochen. Es gibt keinen Augenblick mehr in ihrem Leben, bei dem sie nicht dieses Unbehagen und den inneren Schmerz körperlich spürt. Diese Symptome werden von ihren Mitmenschen jedoch nicht ernst genommen und man sagt ihr, „er“ solle sich nicht so haben. Anne beginnt an sich selbst zu zweifeln, und leidet mehr und mehr an sozialen Ängsten, Depressionen und Suizidgedanken.

Frage: Braucht Anne medizinische Hilfe?

Anne bitte die Ärzte um Hilfe und möchte ihren Körper an ihr Geschlecht angleichen. Die Ärzte sind ratlos, für sie ist es Klaus mit einem gesunden Körper, ihren Wunsch nach diesen medizinischen Eingriffen bewerten sie als eine psychische Störung, und suchen Rat bei einem „Fachmann“.

Im gleichen Ort lebt Oliver. Oliver trägt gerne Frauenkleidung und nennt sich in der Öffentlichkeit Olivia. Ein körperlicher Leidensdruck liegt bei Oliver nicht vor, auch strebt dieser keine medizinischen Maßnahmen an.

Frage: Lässt sich die Problematik von Anne auf Oliver übertragen? Wäre Oliver der geeignete Fachmann, wenn es darum geht, wie man Anne am besten helfen könnte?

Oliver erklärt den Ärzten, dass Klaus eine Anne-Identität habe, welche therapiert werden müsste. Schließlich müsste man sicherstellen, dass Klaus später die Eingriffe nicht bereut und wieder Klaus sein möchte. Erst wenn alle psychotherapeutischen Mittel ausgeschöpft sind, und nach wie vor ein krankheitswertiger Leidensdruck vorliegt, könne man hormonelle und chirurgische Eingriffe in Erwägung ziehen.

Frage: War Anne einst Klaus gewesen? Ist ein Vertrauensverhältnis zwischen Anne und dem Arzt überhaupt gegeben, wenn der Arzt die Annahme vertritt, es handle sich bei seinem Patienten um Klaus mit einer psychischen Störung?

Da die Therapie die sogenannte psychische Störung nicht lindern konnte, entschließen sich die Ärzte für den medizinischen Eingriff. Rechtlich spricht man „Klaus“ zu, dass er sich wie Anne fühlt und somit mit weiblichen Pronomen und den Namen „Anne“ angesprochen werden darf.

Frage: Wird Anne von ihrem Umfeld ernst genommen?

Weitere Fragen:

Lässt sich das Geschlecht eines Menschen wirklich eindeutig anhand von Körpermerkmalen wie Genitalien und Chromosomen bestimmen?

Ist der neurologische Dimorphismus des Menschen nicht ein wesentlicher Bestandteil seines Geschlechtes?

Wird man Menschen gerecht, welche von sich sagen, dass bei der Geburt ihnen das falsche Geschlecht zugewiesen wurde, indem man über sie sagt; es seien Männer, welche sich wie Frauen fühlen, bzw. Frauen, welche sich wie Männer fühlen?

Sollte man nicht besser von Frauen mit männlichen Körpermerkmalen, bzw. von Männern mit weiblichen Körpermerkmalen sprechen?


 

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Es wäre schön, wenn die Initativen der Bundesländer zum Transsexuellenrecht

von denen hier berichtet wird, zu einem neuen Transsexuellenrecht führen und man dazu nicht wieder eine Legislaturperiode vertröstet wird. Vielleicht ergeben sich ja durch die Landtagswahlen entsprechende neue Mehrheiten, die auch konservativen Menschen deutlich machen, was politischer Wille der Mehrheit ist?

Hier zum Thema ein satirischer Dialog mit freundlicher Genehmigung der Autorin Jessica G. (die Verfasserin ist mir bekannt):

——————
PETITION: GUTACHTEN FÜR ALLE

😈 (WARNUNG: Dieser Text kann Spuren von Sarkasmus und Satire enthalten!)

Wir haben in Deutschland eine Scheidungsrate von etwa 40 %. Viele Leute heiraten scheinbar nur noch aus einer Laune heraus, ohne sich derer Konsequenzen bewusst zu sein. Andere wollen über die Heirat sich womöglich Steuervorteile erschleichen oder gar sich und ihren Partner im Alter sozial absichern. Es wird Zeit, dass wir die Standesämter entlasten und unsere Bürger davor bewahren sich über Jahre in einer Ehe auseinander leben zu müssen. Daher:

😈 SCHLUSS MIT DEM „HEIRATSWAHN“ – EHE NUR NOCH NACH BEGUTACHTUNG

Künftig ist die Eheschließung beim Gericht zu beantragen:

Das Gericht darf einem Antrag nur stattgeben, nachdem es die Gutachten von zwei Sachverständigen eingeholt hat, die auf Grund ihrer Ausbildung und ihrer beruflichen Erfahrung mit den besonderen Problemen der Ehe ausreichend vertraut sind. Die Sachverständigen müssen unabhängig voneinander tätig werden; in ihren Gutachten haben sie auch dazu Stellung zu nehmen, ob sich nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft die Gefühle des Paares zueinander mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr ändern werden.

Insbesondere sind durch die Gutachten folgenden Punkte zu klären:

1. das Paar ist sich seit mindestens drei Jahren gegenseitig treu und liebt sich aufrichtig
2. mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass sich die Gefühle zueinander nicht mehr ändern werden und es zu keiner Scheidung kommt

😱: „HALT! STOPP! … 😡 … Wen ich heirate, dass bestimme ich noch selbst!“

😈: „Lieber Bürger, ich versichere Ihnen, dass die Ehe-Begutachtung nur zu Ihren besten ist. Wir wollen Sie doch nur vor einer übereilten Entscheidung schützen, welche Ihnen teuer zu stehen kommen kann.“

😱: „So geht das nicht. Im Grundgesetz § 2 Abs. 1 steht; >Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.< Also nix da mit Fremdbestimmung, wir haben ein Grundrecht auf eine freie Entfaltung unserer Persönlichkeit.“

😈: „Bitte richtig lesen, dort steht auch > soweit er nicht die Rechte anderer verletzt <“

😱: „Hä… wie und wo verletzte ich bei einer Eheschließung die Rechte anderer?“

😈: „Im Grundgesetz § 3 Abs. 1 steht auch; > Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.<“

😱: „Hä… wie jetzt… ich kapiere gar nichts mehr.“

😈: „Die Eheschließung wird über das Personenstandsgesetz geregelt, doch es gibt auch eine Sonderregelung für eine Personenstandsänderung, das „Transsexuellengesetz“, und dieses besagt, dass das Gericht die Personenstandsänderung nur beschließen darf, nachdem es zwei Gutachten eingeholt hat. Wenn man jetzt eine Personenstandsänderung bei einer Eheschließung ohne Gutachten erlaubt, während man anderen ihren Personenstand nur mit Einholung zweier Gutachten erlaubt, wäre dies somit eine Benachteiligung vor dem Gesetz. Und § 2 Abs. 1 GG spricht den Bürgen nur das Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit zu, soweit dadurch nicht die Rechte anderer verletzt werden. Ergo, ist die Begutachtungspflicht für eine Eheschließung legitim, da somit die Gleichheit vor dem Gesetz hergestellt wird.“

😱: „Willst du mich verarschen!!! Man kann doch nicht die Grundrechte von Menschen einschränken, nur weil andere Menschen bereits Grundrechtsverletzungen erdulden müssen. Wer kommt denn auf so einen Blödsinn.“

😈: „Ehm… Helmut Brandt Justiziar der CDU/CSU-Bundestagsfraktion äußerte sich 2011 wie folgt: >Soweit Transsexuellen eine Vornamensänderung quasi durch Abgabe einer Erklärung gegenüber dem Standesamt eingeräumt würde, wären nichttranssexuelle Personen benachteiligt, weil diese ihre Namensänderung nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens durchsetzen können< Ergo, soweit das Recht auf Selbstbestimmung einiger Personen dadurch eingeschränkt wird, da man eine Benachteiligung der anderen befürchtet, muss im Umkehrschluss, die dort geforderten Einschränkungen für alle anderen ebenso gelten. Das wäre nur gerecht.“

😱: „Das kann man doch nicht miteinander vergleichen, beim TSG geht es doch auch um medizinische Eingriffe. Daher die Gutachten.“

😈: „Nein, das TSG regelt lediglich die Vornamens- und Personenstandsänderung. Ursprünglich verlangte das TSG für eine Personenstandsänderung einen operativen Eingriff § 8 Abs. 4 TSG sowie eine dauerhafte Fortpflanzungsunfähigkeit § 8 Abs. 3 TSG, beide Paragraphen sind inzwischen verfassungswidrig und dürfen nicht mehr angewandt werden. Die Begutachtung erfolgte bis 2011 bei einer Personenstandsänderung erst nach den medizinischen Eingriffen. Heute ist das TSG von den medizinischen Maßnahmen vollkommen gelöst. Die Beurteilung für operative Eingriffe erfolgt über dem MDK und liegt anderen Kriterien zugrunde. Mitunter lehnen Krankenkassen die Kostenzusagen für medizinische Maßnahmen nach einer VÄ/PÄ mit folgender Begründung ab: >Für die Entscheidungsfindung ist es dabei nicht relevant, ob schon ein Beschluss des Amtsgerichtes vorliegt, bzw. dieser ist nicht mit der Leistungspflicht der Krankenkassen gleichzusetzen. Diese rechtlichen Aspekte greifen nicht in die körperliche Unversehrtheit ein und können jederzeit rückgängig gemacht werden.<“

😱: „Und welchen Zweck erfüllen die Gutachten beim Transsexuellengesetz dann?“

😈: „Sehr gute Frage. Gutachten müssen ein legitimes Ziel verfolgen und zur Erreichung desselben geeignet, erforderlich und angemessen sein. Die Vorgabe von nicht nur einem, sondern sogar zwei Gutachten ist in der deutschen Rechtsordnung einzigartig. Nicht einmal bei schweren Gewaltverbrechen wird eine doppelte Begutachtungspflicht gefordert.
In einer wissenschaftlich fundierten grund- und menschenrechtliche Analyse hat die Juristische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin die Rechtsmäßigkeit des Transsexuellengesetzes geprüft. In ihrem Gutachten „Regelungs- und Reformbedarf für transgeschlechtliche Menschen“ kam die Fakultät zu dem eindeutigen Ergebnis; >Es ist keine Gefährdungssituation für die Betroffenen erkennbar, die den Staat verpflichten müsste, Bürgerinnen vor einer Vornamens- oder Geschlechtseintragsänderung zu schützen.<“

😱: „Also werden die Gutachten nur vom Gericht eingeholt, weil diese gesetzlich vorgeschrieben sind, ohne, dass eine legitime Gefährdungssituation vorliegt, welche als Rechtfertigung herhalten könnte?“

😈: „Eben, Menschen, welche ihren Geschlechtseintrag korrigieren lassen möchten, müssen sich einer doppelten Begutachtung unterziehen, ohne, dass hierdurch jemand gefährdet wird, während jeder eine Ehe schließen kann.
2016 wurden hierzulande 149 Frauen von ihrem Partner ermordet oder totgeschlagen, die Dunkelziffer für häusliche Gewalt ist nicht unerheblich, und nicht zu vergessen, die ganzen traumatisierten Kinder aus den Scheidungskriegen.
Wenn man schon eine doppelte Begutachtung verlangt, dann doch vor allem für eine Eheschließung, wo durchaus eine Gefährdungssituation vorliegt, anders als bei einer VÄ/PÄ nach dem TSG.“

😱: „Wer kommt für die Kosten für die Gutachten auf?“

😈: „Natürlich müssen Sie selbst die Kosten für die Gutachten tragen. Das versteht sich doch von selbst.“

😱: „Wie hoch sind denn die Kosten?“

😈: „Das ist von Gutachter zu Gutachter sehr unterschiedlich. Einige rechnen um die 500,00 Euro ab, andere über 1.500,00 Euro.“

😱: „So teuer! 😟 Kann ich die Gutachter selbst wählen?“

😈: „Natürlich nicht! Mitunter gibt es Richter, welche dir erlauben, einen von beiden selbst zu wählen, aber darauf würde ich mich nicht verlassen.“

😱: „Aber somit weiß ich doch gar nicht, welche Kosten auf mich zukommen. Der eine bezahlt für das Verfahren etwa 1.000,00 Euro und ein anderer für das gleiche Verfahren um die 3.000,00 Euro. Das ist doch total ungerecht.“

😈: „Betrachte es als eine Art Glücksspiel.“

😱: „Und wenn ich mir die Gutachterkosten nicht leisten kann?“

😈: „Dann kannst du Prozesskostenhilfe beantragen.“

😱: „Wenn ich eine Arbeit habe, jedoch am Existenzminimum lebe, mir kein Geld für das Verfahren beiseite legen kann, die Prozesskostenhilfe dennoch abgelehnt wird, was dann?“

😈: „Das ist dann persönliches Pech, wir leben doch nicht in einem Sozialstaat. Das Gericht wird dir sicherlich eine Ratenzahlung anbieten.“

😱: „Das ist ganz schön mies. Was genau muss ich mir unter einer Begutachtung vorstellen.“

😈: „Naja, wie die Gutachter an ihren Ergebnis kommen, obliegt ihnen selbst. In der Regel werden Sie dann vorgeladen, zu einem persönlichen Gespräch und Sie werden dann einige Fragen beantworten müssen. Wie zum Beispiel; Von welchem Elternteil haben Sie hauptsächlich Zärtlichkeiten erhalten? Wann haben Sie sich das erste Mal verliebt? Wie haben Sie Ihren gewünschten Ehepartner kennen gelernt? Mit wem hatten Sie bereits alles Geschlechtsverkehr? Wie hat Ihnen der Geschlechtsverkehr gefallen? Wie oft haben Sie mit Ihrem derzeitigen Partner Geschlechtsverkehr? Wie befriedigten Sie sich selbst? Erregt Sie der Anblick von nackten Frauen? Erregt Sie der Anblick von nackten Männern? Mitunter auch Fragen zu den sexuellen Fantasien, usw.“

😱: „Ernsthaft… 😠 Denkt ihr wirklich, dass ich mein Intimleben dem Gericht offen lege.“

😈: „Ja, natürlich. Je nachdem, an welchen Gutachter Sie geraten, werden Sie dies offenlegen müssen. Wir wollen doch nur sicher gehen, dass Sie Ihre Entscheidung später nicht bereuen. Stellen Sie sich vor, Sie möchten eine Frau heiraten, fühlen sich aber innerlich womöglich zu Männern hingezogen, dann ist es doch nur in Ihrem eigenem Interesse, wenn dies durch ein Gutachten, vor der Eheschließung abgeklärt wird.“

😱: „😠 Was ich fühle, das kann ich nur selber wissen und nicht irgend so ein eingebildeter Gutachter. Geht’s noch! Ich lass mich doch nicht wie eine Laborratte pathologisieren.😠

😈: „Wenn Sie sich bei der Begutachtung queer stellen, dann wird es ein negatives Gutachten geben. Das Gericht wird dann Ihren Antrag zur Eheschließung ablehnen. Dass kann doch nicht in Ihrem Interesse sein. Wenn Sie jemanden wirklich lieben, dann lassen Sie diese Gutachten über sich ergehen. Seien sie doch nicht so schamhaft und verkrampft, wir sind doch heute eine aufgeklärte Gesellschaft. Sie können danach für immer mit ihrem Partner ganz offiziell zusammen leben.“

😱: „Das lass ich mir nicht bieten. 😠 Was ist mit meiner Menschenwürde, welche durch die Missachtung meiner Intimsphäre bei der Begutachtung zwangsläufig verletzt wird?“

😈: „Ihr immer mit eurer Menschenwürde. Die Würde des Menschen ist unantastbar wird so was von überbewertet. Haben Sie keine besseren Argumente? Ich schon: Oktober 2017 stellte das Bundesverfassungsgericht fest, dass an einer Begutachtung für eine Personenstandsänderung verfassungsrechtlich nichts zu beanstanden sei.“

😱: „Moment, dass stimmt so nicht! Das BVerfG berief sich dabei im Kern auf seine eigene Entscheidung bezüglich des TSG aus dem Jahre 2011. Es stellte damals lediglich die Verfassungsmäßigkeit fest. Dort, wo man meinen könnte, es sei sich intensiv mit den Argumenten auseinandergesetzt worden, nennt das BVerfG unter anderem aus heutiger Sicht völlig veraltete Kriterien wie der Kleidungsstil und das Auftreten der Person. Der Verweis auf diese Entscheidung und die damit begründete Verneinung des Rechtsschutzbedürfnisses laufen also leer aus.“

😈: „Upps, da hat wohl das BVerfG euch glatt ins Gesicht gelogen. 🤭 Ein Glück für die Richter in Karlsruhe, dass die Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts von keiner Institution angefochten werden dürfen. Zum Glück gibt es ja noch die Presse, die diesen Beschluss kritisch hinterfragt hat.“ 🤣

😱: „Nein, haben sie nicht. Sie haben lediglich das Ergebnis des BVerfG mitgeteilt. Eine sachliche Aufarbeitung der Thematik gibt es bis heute nicht. Sobald irgendwo von „Transsexualität“ berichtet wird, geht es nur darum die Sensationsgeilheit und den Voyeurismus der Massen zu befriedigen. Betroffene werden oft mit falschen Pronomen angesprochen, man unterstellt ihnen trotz besseren Wissens eine „Geschlechtsumwandlung“ und tut so, als ginge es dabei um Geschlechterrollen. Vorurteile und Klischees werden immer weiter gestärkt, statt abgebaut.“

😈: „Tja, Personengruppen, welche nach wie vor von staatlichen Institutionen und medizinischen Einrichtungen psychopathologisiert, stigmatisiert und diskriminiert werden, haben es nicht leicht, in der Öffentlichkeit ernst genommen zu werden.“

😱: „Anstatt eine Begutachtungspflicht für eine Ehe zu fordern, sollte man lieber dort etwas ändern, wo immer noch Missstände bestehen.“

😈: „Hören Sie mir mal genau zu und fassen wir es Zusammen; Das derzeit bestehende Transsexuellengesetz verstößt gegen Grund- und Menschenrechte, medizinisch-psychologische Erkenntnisse und gegen die Resolution 2048 der Parlamentarischen Versammlung des Europarates aus 2015. Nach sechs Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts, durch welche einzelne Voraussetzungen des TSG für verfassungswidrig und folglich unanwendbar erklärt wurden, ist ein Gesetzesrumpf übriggeblieben, der in seiner Struktur nicht mehr als taugliche, praktikable Gesetzesgrundlage für die Verfahren zur Vornamens- und Personenstandsänderung dienen kann. Einige der verbliebenen Vorschriften begegnen schwerwiegenden grund- und menschenrechtlichen Bedenken. Und obwohl dies offiziell bestätigt wurde, kämpfen bis heute noch die Betroffenen vergeblich für eine Reform des TSG.

Jetzt mal ernsthaft:

Weniger als 1 % der Begutachteten nach dem TSG wollen später ihre Personenstandsänderung rückgängig machen, während etwa 40 % der geschlossenen Ehen wieder geschieden werden. Anders als bei einer Personenstandsänderung nach dem TSG, liegt bei einer Eheschließung durchaus eine Gefährdungssituation vor, ich möchte an häusliche Gewalt, Scheidungskriege und traumatisierte Kinder erinnern.

Wie ist es zu rechtfertigen, dass bei einer Änderung eines Akteneintrages, den nur die betroffene Person selbst betrifft, zwei Gutachten verlangt werden, während bei einer Eheschließung, welche mindesten noch eine andere Person betrifft und die rechtliche und soziale Auswirkungen hat, keine Gutachten verlangt werden?“

😱: „Ja, ich gebe es zu, dass alles klingt sehr unlogisch und ungerecht.“

😈: „Eben, und darum bitte ich Sie; setzten Sie sich ein, für eine Begutachtungspflicht vor einer Eheschließung. Wir wollen doch nur das Beste für Sie. 😈😏😈 Und mal Hand auf’s Herz, wer möchte denn nicht wissen ob sein Partner treu ist?

😈😈😈😈😈😈

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Die Frage nach den Fehlern (Bias) einer Statistik

sind nicht nur für Mediziner, die wissenschaftliche Studien auswerten, sehr wichtig – es ist auch gut, wenn möglichst viele Menschen in unserem Land und darüber hinaus in Europa sich mit dem Bias von Studien auseinandersetzen. Das sieht man zum Beispiel dann, wenn man sich mit der Frage beschäftigt, wie hoch die Kriminalitätsrate bei Zuwanderern ist. Die FAZ hat hierzu einen sehr interessanten Beitrag geschrieben. Dabei kommt die FAZ zu folgendem Ergebnis:

„Die Zuwanderer seien überwiegend männlich, jünger und ärmer als die deutsche Durchschnittsbevölkerung. Wenn man sie mit einer entsprechenden deutschen Gruppe vergleiche, löse sich der Unterschied größtenteils in Luft auf.“

Ebenso wird auf die Art, wie die Statistik entsteht und wie sich das in diesem konkreten Fall auswirkt, hingewiesen:

Die Kriminalstatistik hat weitere Tücken, die das Bild verzerren: Sie erfasst die Straftaten ausländischer Touristen und Geschäftsreisenden in Deutschland – in einer Stadt wie Berlin mit acht Millionen Touristen jährlich sei dies durchaus ein Faktor. Umgekehrt sind die Delikte Deutscher im Ausland nicht enthalten.

Auch die Art, wie die Medienberichterstattung über dieses Thema die subjektive Wahrnehmung (und damit auch das Wählerverhalten) beeinflusst, wird deutlich gemacht:

So habe sich die Zahl der Fernsehberichte über kriminelle Ausländer seit 2014 vervierfacht, während der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger in der Kriminalstatistik lediglich um ein Drittel angestiegen sei. In der gleichen Zeit halbierte sich die Zahl der Berichte über ausländische Opfer von Gewalttaten, obwohl die Statistik einen Anstieg ausländischer Gewaltopfer verzeichne.

Und noch etwas fällt auf – so die FAZ: „Trotz des Anstiegs der letzten zwei bis drei Jahre liegen die Zahlen für Mord und Totschlag weit unter denen etwa der 1990er Jahre.“

Angesichts rechtspopulistischer Kräfte wäre es gut, wenn mehr Medienvertreter sich diesen grundlegenden Artikel der FAZ zu Gemüte führen würden und sich bei Medienberichten im Blick auf Straftaten sehr genau überlegen, ob und wie das Thema aufbereitet wird.

Wer sich mehr für das Thema „Bias“ bei Statistiken informieren will, findet hier ein paar gute und allgemeinverständliche Beispiele – im Blick auf die Medizin findet man hier eine gute Übersicht (und natürlich im – an anderer Stelle ausführlich vorgestellten – Buch „Epidemiologie für Dummies“ ebenfalls mehr.)

Update: Merkwürdig ist auch, wie die Kriminalstatistik bei den Opfern rechtsextremer Gewalt anscheinend systematische Fehler aufweist, wie man in diesem Artikel von Heike Kleffner in der ZEIT nachlesen kann. In der ZEIT findet man auch einen grundlegenden Artikel über Opfer rechtsextremer Gewalt, die in der amtlichen Statistik nicht genannt werden und einen Aufruf zur Mithilfe im Blick auf diese Verbrechen…

Update: Wie sehr manche Parteien gezielt die Statistik fälschen um Stimmung zu machen und pauschal Gruppen unter Verdacht zu stellen, sieht man in einer Meldung des Faktenfinders der Tagesschau hier deutlich. Als Christ sollte man solche Fakten kennen, bevor man sich für die Wahl einer Partei entscheidet. Die 10 Gebote scheinen jedenfalls für manche Parteien nicht Maßstab zu sein, sonst würden sie nicht so handeln (vgl. 8. Gebot, in dem klar gefordert ist, nichts falsches über andere Menschen zu behaupten/zu sagen).

Update 10/2018: Im Blick auf die Kriminalstatistik in Bayern gibt es eine interessante Dokumentation des BR, in der auch auf die Website „Philosophia perennis“ und ihren merkwürdigen Umgang mit Fakten eingegangen wird.

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